nischer Brauch galt, wurde es kirchlicherseits und von mancher beein-flussten weltlichen Obrigkeit verboten. Noch bis Anfangs der sechszigerJahr des vorigen Jahrhundert war das Glöcklerlaufen unter dem da-maligen Pfarrer und Dechant Kurany( Name durchgestrichen) strengverboten. Die Gendarmen hatten strengen Auftrag die Glöckler ab-zufangen, der erwischt wurde mußte zum Militär einrücken. Trotz desstrengen Verbotes taten sich„ Glöcklerpassen“ zusammen und liefenherum. Wohl hatten die Glöckler auch ihre Spione, welche die Gen-darmen ausspähten. Nach Erzählungen alter Leute wurde ein Glöcklerder erschlagen oder erschossen wurde, nicht in den Friedhof beerdigtsondern wo er infolge seiner Verwundung gestorben, einfach verschart.In der Springinsfeldau, bei der alten Traun im Almhausfeld und Söp-perfeld sollen Glöckler verschart sein.
Weil die Glöckler nicht leicht zum„ derwischen" oder abfangenwaren wurde verfügt dass die dienstfreien ärarischen Arbeiter im Ver-ein mit den Gendarmen auszurücken hatten um die Glöckler abzu-fangen. Merkwürdigerweise war kein Glöckler zu sehen und die Ar-beiter wurden nach Hause entlassen. Um 10 Uhr nachts liefen Glöckler-passen in der„ Lambad" Rindbach Ebensee Roith herum.
Einmal hatten sich zwei berittene Gendarmen in der Nähe vomLandsgraben postiert, weil dort eine Zusammenkunft der Glöckler ver-mutet wurde. Plötzlich Kuhglockengebimmel und Lichter welche sichlängs des„ Lipplntümfl" fortbewegten. Im Galopp sausten die zwei Gen-darmen in der Lahngasse hinaus, als dieselben beider Roitherstrasseankammen waren keine Glöckler zu sehen. Als sie herumsahen trappteeine Glöcklerpass von der Meindlwies ins Roith hinauf. Es war diegleiche Pass welche zuerst beim Lipplntümpfl war. Die Spione hattendie Gendarmen bemerkt und die Glöckler verständigt. Letztere löschtendie Lichter verstopften die Glocken und liefen über die Wiesen, da derSchnee hart gefroren war.
Johann LahnsteinerSal. Pl. 6.