berg, worin auch über die Schicksale des dortigen Museums, S. 295 f.,berichtet wird. Diese wackere und anerkennenswert geförderte Be-standaufnahme wird hoffentlich den Blick dafür freimachen, daß geradevon der modernen Volkskunde her nun anderes gefordert werden muß.Kapfenberg hat die Möglichkeit, Arbeiter- Volkskunde zu treiben, wiewenige andere Städte. Vielleicht kann von dort aus die Erneuerungder steirischen Volkskunde kommen, die viele Jahre lang beim Bieder-meier- Bauern aufgehört hat.Leopold Schmidt.
Arthur Drechsler, Möbel für die Kleinwohnung. 13 Doppel- und 2Einfachblätter in Mappe. Graz 1949, Verlag Jos. A. Kienreich. S 17,70.
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Vorliegende Mappe ist äußerlich und innerlich ein Gegenstück,bzw. eine Fortsetzung der oben( N. F. Bd. II, S. 104) angezeigten MappeLändliche Möbel". Die wichtigsten Möbelstücke( Kasten, Bücherkasten,Schreibtisch, Küchenkredenz, Bett, Tisch, Sitzmöbel sowie dazugehörigeKleinmöbel) werden in schlichten, ansprechenden Formen mit genauenBauangaben dargestellt, wobei auf Mehrzweckverwendbarkeit, Anpas-an kleine Wohnräume usw. besonders Bedacht genommen wird.Wieder spricht das Eingehen auf die handwerkliche Gesinnung desTischlers besonders an, und wieder schmerzt die allzu_spartanischeGrundhaltung, angesichts derer das leicht geschweifte Fußteil einesBettes( Blatt 8) bereits als Luxus erscheint. Das ein bißchen Zellen- undKasernenhafte bedrückt. Mehr noch allerdings das Fehlen von eigenenEinfällen, die ja ruhig Wiederaufnahmen alter Möbelmotive sein könn-ten: nicht in der Art jenes Schreibkastens“ von Blatt 8 allerdings, vordem jeder Besitzer eines Biedermeiersekretärs warnen wird.
Der Freund der Gegenwartsvolkskunde aber wird die Mappe zuseinen Materialien legen.Leopold Schmidt.Max Exner, Formenschatz, Mappe S, Volkskunst. 4 Seiten und 16 Ta-feln in Mappe. Graz 1950, Verlag Oskar Karinger.
Die Mappe bietet in einfachen, anschaulichen Zeichnungen zahl-reiche charakteristische Stücke der älteren Volkskunst, vor allem deshandwerklich geübten Kunstgewerbes, von den Möbeln über das ver-zierte Kleingerät und die Tonwaren, die Glasarbeiten. die Gebildbrotebis zu den Eisenarbeiten. Ein eigenes Blatt ist den Masken gewidmet,die wohl als Vorlagen für Schülerzeichnungen am wenigsten in Betrachtkommen. Die Stücke sind nach der besten Volkskunstliteratur ausge-wählt und das Vorwort weist bescheiden auf die Eindrucksfülle derVolkskundemuseen hin, so daß an der guten Absicht des Verfassersnicht gezweifelt werden kann. Ob bei der gewaltigen inhaltlichen Ge-drängtheit, die hinter allen Volkskunstwerken steht, das Künstlerisch-Vordergründige, das hier zur Nachbildung herausgestellt wird, wirklichnach den Intentionen des Verfassers anregend wirken kann, scheint mirzweifelhaft. Wenn aber Lehrer und Schüler etwa dadurch wenigstenszur Beobachtung und eventuell auch zur Sammlung angeregt werdensollten, dann wäre zumindest ein achtenswerter Nebenzweck der Mappeerzielt.Leopold Schmidt.
Erika Hubatschek, Almen und Bergmähder im oberen Lungau.96 Seiten, 64 Lichtbilder, Karten und Textfiguren. Salzburg 1950.Buchverlag der Salzburger Landwirtschaftskammer. S 21,-.
Dieses prächtige Büchlein, eine Arbeit aus dem GeographischenInstitut der Universität Innsbruck, ist bereits vor einem Jahrzehnt ent-standen, aber durch die Zeitumstände erst jetzt zum Druck gelangt. Es
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