Jahrgang 
54 (1951) / N.S. 5
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ches sich durch den gezogenen Brustteil von vornherein als, weib-liches Trachtenstück im wörtlichen Sinne zu erkennen gibt. Wiekommt es nun zu so einem Zug? Die Ansätze dazu sind bei Fleckund Binde verschieden. So kenne ich eine Reihe von Leibchen, dienur oben am Halsausschnitt sofern hier von einem solchen dieRede sein kann mehrere Falten haben, bzw. den Abnähernoder Zug im Schluß entsprechend einen leichten Zug, wohl des-halb, damit das Leibchen schöner sitzt. Ein solches Stück konnteAnnie Stöger zu Ostern 1935 in St. Leonhard am Hornerwaldbei Theresia Schörgmaier erwerben( Abb. 3). Es ist aus rot- weißgewürfeltem Bettzeug und hat im Schluß drei Abnäher( dzt. imMuseum für Volkskunde, Wien, Inv. Nr. 46.641).

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Abb. 5. St. Leonhard am Hornerwald, N.-Ö.

Vermutlich die gleiche Form meinte eine andere Gewährs-frau, W. Müller, bei der Beschreibung der Mädchentracht ausGlaubendorf bis zum Jahre 1901. Ganz das gleiche Bild gibt unsder Brustteil des Hemdes einer ritterlichen Dame um 1400 ausdem ,, Codex Turandi, welche die Helena der Ilias verkörpernsoll. Die Darstellung bezieht sich auf Wien( Ost. Nat. Bibl., Cod.2773, Fol. 12. Eine Photokopie befindet sich in den städtischenSammlungen, Wien, Mappe Volksleben Nr. 1, Inv. Nr. 51.239).Die Träger des weißen, am Hals eingefaßten Hemdes verlaufenvorn auswärts über die Schultern, scheinen sich also auf demRücken nicht zu kreuzen, vorn dürften sie abknöpfbar sein. Eineganz ähnliche Art, nämlich mit einigen, sehr eng gelegten Faltenzu beiden Seiten bei den Trägeransätzen, zeichnete Annie Stögerim Wolfshoferamt unter Mithilfe von Aloisia Lackner und Bar-

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