Jahrgang 
54 (1951) / N.S. 5
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heirateten erklärt), bei denen aber doch Schulterfibeln zu er-kennen sind: Die Steine von Klagenfurt- Goritschitzen, Kärnten,Wien- Velm, Weigelsdorf, Bruck a. d. Leitha, Au am Leithaberg inN.-Ö., Schloß Seckau, Kalsdorf( zwei Grabsteine), St. Martin beiGreith und Wagna bei Leibnitz, Steiermark, Sári- Sápról undDunapentele, Ungarn, und Essegg, Südslawien 83). MargareteHald will die pannonischen Kleider mit Schulterfibeln in einenZusammenhang mit dem Peplos, bzw. Chiton bringen 84). War einesolche Beziehung schon für die Darstellung germanischer Trachtdurch die Mittelmeer- Künstler zweifelhaft, so scheint sie mir hierbei den meisten Trachten- Bildwerken noch weniger denkbar:Denn jene schlauchartigen Kleider, deren obere Kante durch dieSchließen in das Kopfloch und die Armlöcher geteilt wird, erhaltendemgemäß einen starken Faltenwurf unter den Armen, der aberbei den kelto- illyrischen Trachten auf vielen unserer Grabsteinefehlt, wir finden hier häufig nur leichte Fältchen: auf den Bild-werken von Leithaprodersdorf, Villach und St. Johann ob Hohen-burg liegen die Kleider überhaupt dem Oberleib knapp an.

Wir besitzen also zahlreiche paarweise Fibelfunde aus demkelto- illyrischen Umkreis und dazu eine Reihe von Bildquellen,die das Vorkommen einer Art Doppelschürze, vielleicht sogareines Brustflecks, glaubhaft machen. Somit können wir annehmen,die einwandernden Germanen hätten bei der hier schon einsäs-sigen Bauernbevölkerung eine der ihrigen nahverwandte Trach-tensitte angetroffen. Besteht die Meinung zu Recht, daß die Ger-manen ihrerseits die paarigen Schließen aus der Hallstatt- undLa- Tène- Kultur übernommen hätten, dann wäre eine solche Ver-wandtschaft noch weniger verwunderlich. Die Herkunft sowohldes Brustflecks als ebenso seiner Abwandlung, der Doppelschürze,auch aus germanischer Wurzel, würde übrigens durch eine der-artige Entlehnung der Fibel- Tragart keinesfalls in Frage gestellt:Denn Brustfleck, bzw. Brustbinde und Doppelschürze sind imNorden altheimisch und bedürfen beide nicht der Schließen, son-dern können mit Riemen oder Bändern über die Schultern be-festigt werden.

Zum 1. Teil dieser Arbeit wären weiterhin noch einige Er-gänzungen notwendig und zwar:

83) Jantsch, a. a. O. S. 65, Abb. 5; ferner Arnold Schober, Dierömischen Grabsteine in Noricum und Pannonien(= Sonderschr. d. öst.archäol. Inst. in Wien, Bd. X), Wien 1923, S. 68, 70, 71, 80, 95, 118, 130,131, 132, 147, 149, 151, Abb. 66, 70, 73, 85, 105, 132, 149, 151, 168, 171,174; vgl. auch Mautner- Geramb, a. a. O., I, S. 132, 166, 168, 174.Abb. 57, 83, 84, 108.

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84) Hald, a. a. O. S. 576-577, Fig. 452.