Jahrgang 
54 (1951) / N.S. 5
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Wichtig ist uns ferner, daß die auf der Brust gekreuztenTräger, wie wir sie für die Männerröcke von Trindhoj und Muld-bjerg annahmen, sich an einem Schnurrock einer hallstattzeitlichenillyrischen Bäuerin ebenfalls nachweisen lassen. Es handelt sichum eine Tonfigur, gefunden in Marburg a. d. Drau in der ehe-maligen Untersteiermark.")

Die bronzezeitlichen paarigen Nadeln der Grabfunde imRaume des Baiernstammes lassen ihrer Lage nach schwerlichSchlüsse auf den Schnitt der Kleider zu.76) Die paarweisen Fibel-funde der Hallstatt- und La- Tène- Zeit sind allgemein bekannt.")Seit dem Beginn unserer Zeitrechnung besitzen wir eine großeZahl von Bildquellen in den Grabsteinen, die uns nicht nur dieSchließen, sondern den Menschen in seiner ganzen Tracht oft rechtzuverlässig wiedergeben. Sie stammen nämlich größtenteils nichtvon aus dem Südraum eingewanderten Künstlern, sondern vonEinheimischen. Der Steine von Leithaprodersdorf und Zsámbékhaben wir oben( siehe 1950/ S. 151) schon gedacht. Gerambs An-nahme, es seien Doppelschürzen, gilt wahrscheinlich auch für dieim folgenden Genannten, es sei denn, wir könnten an eine Ver-bindung der Schulterfibeln mit Rückenträgern denken. Hierwären noch zu nennen: Die Grabsteine einer reichen und einerFuhrmannsfamilie aus Dunapentele, je einer aus Szomor undZsámbék in Ungarn 78). Wenn Margarete Lang bei dem erst-genannten aus Dunapentele annimmt, es wären Ärmelgewändermit Schulterschließen versehen, so ist nicht ersichtlich, welchen Sinndiese haben sollten. Es müßten rein Gewänder mit abknöpfbarenÄrmeln sein, die wir mit Fug und Recht wie ärmellose behandelnkönnten. Von Geramb läßt denn auch diese angeblichen Ärmelvollkommen unbeachtet 7). Ferner die Steine aus Villach, vomZollfeld und aus Possau in Kärnten und aus St. Johann ob Hohen-

75) Mautner- Geramb, Steirisches Trachtenbuch, Graz 1952 ff.,I, S. 164, Abb. 80.

76) Julius Naue, Die Bronzezeit in Oberbayern, München 1894,S. 266/ T. III, T. V/ 6, T. VII,

77) S. z. B. Richard Pittioni, La- Tène- Zeit in Niederösterreich( Materialien zur Urgeschichte Österreichs, gel, v. Leonh. Franz), Wien1930, S. 88, und Gyula Török, Ein Keltengrab und illyrische Urnen-gräber in Cserszegtomaj(= Arbeiten d. Archäol. Inst. d.. ung. Franz-Josef- Universität, gel. v. János Banner), Zseged 1939, S. 78, Abb. 3.

78) Margarete Lang, Die pannonische Frauentracht(= Jahres-hefte d. öst. archäol. Inst. in Wien, XIX- XX), Wien 1919, Sp. 210, 211,213, 214, 216, Abb. 95, 96, 97, u. Mautner- Geramb, a. a. O., I. S. 142,190, Abb. 65, 100.

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79) Mautner- Geramb, a. a. O., I, S. 132, 174 ff.