Jahrgang 
53 (1950) / N.S. 4
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Der Feichtenbacher, der den Specht auch Hohlkrah nennt, sagt:Juchazt da Hohlkrah untern Pliag'n.

muaẞt wiss'n. daß ma a schlecht's Wetta kriag'n.Trummit( trommelt) er oba auf an dürr'n Sponn,halt sicha' s schöne Wetta on.

Der Pernitzer sagt:So viel Schnee vor Liachtmeẞ'n.so viel Schnee nach Lichtmeẞ'n.und um ka Pudlhaub'n voll mehrund um ka Pudlhaub'n voll weniger.

Sepp Hartberger.

Die Paschaller"

Niederösterreich wird infolge seiner reichen Vielgestaltigkeit volks-tümlich nur selten als Einheit empfunden. Ein seltenes, aber bezeichnendesZeugnis des alten Volksspottes hat aber doch einst allen Niederösterrei-chern gegolten, die Bezeichnung als Paschaller". Der Kardinal MelchiorKlesel nennt sich 1590 in einem Brief an den Freiherrn von Trautsoneinen ungewanderten Paschaller", was Wiedemann als Spottnamen fürdie Niederösterreicher erklärt, weil sie gern wohl leben und die öster-lichen Speisen mehr als die der Fastenzeit in Ehren haben ¹). Diese Ab-leitung von Passah" sei dahingestellt. Jedenfalls hat schon Jahrzehntefrüher, nämlich 1552, der Egerländer Kaspar Bruschius behauptet,alle Österreicher verdienten den bäurischen Namen Paschaler", da siestets Ostern feierten, niemals Fasten, und immer dem Bacchus und derCeres huldigten 2), Zweihundert Jahre später hat Schiller das Wort vonden Phäaken an der Donau geprägt!Leopold Schmidt.

1) Th. Wiedemann, Geschichte der Reformation und Gegen-reformation im Lande unter der Enns. Prag 1879. Bd. I, S. 480.

2) Adalbert Horowitz, Caspar Bruschius. Prag und Wien 1874.S. 133.

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