wcbei die zweite Reihe charakteristischerweise aus der ersten entstandenist. Die Berner". 1941 zuerst geplant und entstanden, haben in derartvehementer Weise volkskundlich eingesetzt, wie wohl keine zweite heimat-kundliche Serie ähnlicher Art je zuvor. Das ist das Verdienst der beidenHerausgeber Walter Lae drach und Christian Rubi, von denen ja Rubidurch sein 1942 in der Serie„ Volkstum der Schweiz" erschienenes BuchVolkskunst am Berner Bauernhaus" besonders bekannt geworden ist. Inden Bernern" erschienen an verwandten Darstellungen in knapper Folgevon Lae drach: Das Emmentaler Bauernhaus( Bd. 1), Berner Holz-brücken( Bd. 18), von Rubi: Der Emmentaler Speicher( Bd. 2), BeinGrindelwaldner Bauern( Bd. 3), Berner Bauernmalerei aus drei Jahrhunder-en( Bd. 13/15). Beschnitzte Geräte( Bd. 22), und nun Das SimmentalerBauernhaus. Es ist klar, daß eine derartige Fülle ausgezeichnet illustrier-ter Bändchen eine der wirkungsvollsten Volkskunden darstellt, die es gebenkann. Gewissenhafte örtliche Kenntnis, verbunden mit guter Photographieund einer geradezu beneidenswerten Wiedergabe der Bilder in Tiefdruck,gestalten jedes dieser Bändchen zu einem Genuß für den Fachmann und,wie der verlegerische Erfolg der Reihe beweist, auch für den Laien. DerFachmann würde sich in manchen Bändchen eine etwas ausführlichereBeschriftung der Bilder wünschen, bei Möbeln und Geräten etwa Maẞ-angaben usw. Aber in vielen Fällen sind schon sehr wichtige Wünscheerfüllt, die anderwärts noch unerfüllbar scheinen. So bringt der Dreifach-band Rubis„ Berner Bauernmalerei 32 hervorragende Farbtafeln, aufdenen erfreulicherweise auch die heutigen Standorte( Besitzer) der schönenMöbelstücke( größtenteils Truhen) verzeichnet sind.
Nicht von den Herausgebern, sondern von Karl Uetz stammt Bd. 26der Berner". das Bändchen über Das Ober- Emmental, das eine vorzüglicheBildvolkskunde der Gotthelf- Landschaft darstellt. Hier wie bei den anderenBänden der„ Berner" ist die betonte Berücksichtigung des Landes zwischenAlpen und Jura auch für den vergleichenden Volkskundeforscher von be-sonderem Wert, da besonders auf dem Gebiet der Sachkultur Schweize-risches stets mit Hochalpinem, also womöglich Graubündnerischem undWalliserischem gleichgesetzt wird. Wie in Österreich ist aber auch in derSchweiz das bäuerlich reiche Voralpenland von größter und zwar nichtetwa nur wissenschaftlicher, sondern auch volkskultureller Bedeutung.
Auch von diesem Gesichtspunkt aus ist es aber gut, da ẞdie gleichenHerausgeber im gleichen Verlag als Sproß ihrer Berner Reihe auch eineweitere, eben die Schweizer Heimatbücher" geschaffen haben. In diesertritt, soweit man das bis jetzt verfolgen kann, das volkskundliche Elementetwas zurück. Ein Band muß aber jetzt schon der besonderen Beachtungempfohlen werden, Bd. 13/15, Albert Sautier, Immerwährender Kalendervon La Forcla. Es ist typische Hochgebirgskultur des Wallis, der Gegendum Evolena, die hier in 95 ausgezeichneten ganzseitigen Bildern zu unsspricht, eine Kultur, die dem Österreicher durch die Sammlung EugenieGoldstern im Museum für Volkskunde genau vertraut ist. Die Neuaufnahmedieses Kulturbestandes nach dreißig Jahren ist des Vergleiches wert.-Sonst muß aus dieser Serie noch auf die Bändchen 21/22: Ignace Marie-tan, Heilige Wasser, und 26: Walter Ulrich Guy an. Das Schweizer Dorf,hingewiesen werden. Der Kampf um das Wasser im Wallis ist literatur-berühmt geworden; die schönen Lichtbilder führen dieses Bergbauern-werk ausgezeichnet vor Augen. Guyans Darstellung des Schweizer Dorfesist besonders durch die sehr instruktiven Luftaufnahmen wertvoll, welchedie Unterschiede der Siedlungstypen aufs deutlichste hervortreten lassen.Für alle diese Erscheinungen muß man den Schweizer Kollegen ehrlichenDank zollen. Am besten wäre es, für uns und für viele in Mitteleuropa
95