rend). In Ungarn galten die Czismen als nationale Fußbekleidung ²),wurden aber nicht nur von Magyaren, sondern auch von Kroaten ³)und Slowaken getragen, bei diesen mit besonders langen, farbigenQuasten). In Steiermark fanden sie bereits im 18. Jh. Eingang. InWien sind ihre Träger nicht nur vorübergehend anwesende Ma-gyaren und Slawen, sondern auch Einheimische, wie u. a. das Bildeiner Vorstadtschenke um 1805 zeigt, wo der Wirt Zischmen trägt ³)und ein Bild von 1847, wo der Richter von Speising Stiefel mit Qua-steln aufweist Ⓡ). Stiefel mit Quasten und mit Zischmenschnittwerden anfangs des Jhs. auch in Paris getragen ³) als Teil einerArt Husarenmode, zu der mitunter auch schnurverzierte Hosen ge-liören..- Eine slawische Eigentümlichkeit scheinen Stiefel aus rotemJuchten zu sein: 1840 trug solche ein Mann, der zwischen seinertschechischen Heimat und Wien als Maurergeselle und Hausiererinit Bettferdern pendelte( Beisp. M 30); 1830 trug ein 20j. Holzwäch-ter von der Spittelaue lange rote Juchtenstiefel und ebenso einMann 1843.
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Das Material der Schuhe und Stiefel ist überwiegend Kalbleder,bei Stiefeln und Halbstiefeln auch Juchten. Kuhleder wird von 1836an 4mal genannt, vielleicht von einem besonders sachverständigenBeschauer, wie auch die auf drei Jahre beschränkte Verzeichnungder Stiefel von Corduan vermuten läßt:„ Stiefel von Corduan“( Ziegenleder) werden 1830, dann von„ Corduan mit Rosen" beieinem 22ị. Taglöhner von Lichtenthal, 1831„ kurze Corduanstiefel"und solche 1832 zuletzt genannt.
Der Zustand der Schuhe und Stiefel wird oft bezeichnet mit:alt, zerrissen, vorgeschuht, mit Eisen, mit Nägeln beschlagen.
Strümpfe finden sich insgesamt 56mal vor; von Farbenwerden genannt: weiß( 21mal), blau( 9mal), grau( 3mal), schwarz( 2mal). Das Material ist Wolle, Zwirn und Baumwolle. Dann wer-den je Imal Stutzen 1813 und Strumpfschäfte 1822 angeführt.Die Socken treten zusammen mit den langen Hosen auf, ins-gesamt 34mal, Fußfetzen, besonders in Stiefeln getragen, 7mal
1) Ztschr. f. histor. Waffenkde. V, S. 253.
2) Holzschnitt„ Ungarischer Nationaltanz auf der Brigittenau", von 5Männern vorgeführt( II. Ztg. Leipzig 1845, 4. X.).— In Wien gab es inden 1840er- Jahren offiziell zwei Czismenmacher, Anton u. Johann Herdy.dieser mit dem Titel„ k. k. ungarischer Hof- Czismenmachermeister".
3) Mautner- Geramb I, 456 u. II, 355.
4) Die Volkstrachten in Mähren vor 100 Jahren( Prag 1938), Nr. 6, 9.18. ་ ་ ་ ་ ་ ་ ་ ་ ་ ་ ་ ་ ་ ་ ་ BII. f. Kostümkunde NF I( 1876/78). S. 30: Slovake a. d. PreßburgerComitat.
5) Wr. Städt. Smlgen, I. Nr. 47.995.
6) Hans- Jörgel- Briefe 1847, 7.
7 La Mésangère, Le Bon Genre, Tafel 1, 2, 3, 7(= 1801, 40.46, 48, 49( 1811).