Jahrgang 
53 (1950) / N.S. 4
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Überkleider.

Der Kaput.

,, Der Kaput, langer Überrock, Soldatenmantel", wird als einaus Wien stammender Ausdruck in der letzten Ausgabe des Sprach-Brockhaus 1944 angeführt. Schmeller kennt im, Bayerischen Wör-terbuch" das Wort überhaupt nicht es war im westlichen Teildes bairisch- österreichischen Sprachgebietes offenbar nicht ge-bräuchlich. Der Ausdruck kommt aus dem mittellat. caputium,Mönchskappe, aus dem ital. capuccio, Mantelhaube wurde; 1510ist Kapuze als junges Modewort in Süddeutschland nachweisbar ³).Ein Norddeutscher erklärt um 1776: Caput, ein Rock mit einerKappe. Dergleichen grobe Capute tragen die Seeleute über ihrergewöhnlichen Kleidung. Im gemeinen Leben ist es gleichfalls einschlechter Oberrock mit einer Kappe, den man im Regen, auf Rei-sen u. s. f. trägt, ein Caput- Rock"). Ähnlich lautet die Erklärungeines Österreichers vom Beginn des 19. Jhs.: der Caput, ein Rockmit einer Kappe( Kapuze), ja auch wohl jeder Überrock, ital. ca-potto, französ. c a pot" ³). Die Erwähnungen in Wiener Quel-len vom Ende des 18. Jhd. an lassen erkennen, daß der Kaput vonAngehörigen der verschiedensten Schichten getragen wurde. Etwa:ein gnädiger Herr", der öfters in einem schlechten Kaputrock aus-geht, kommt nachts heim und wird unter dem Haustor für seinenKutscher gehalten, der gestohlenen Hafer bringen soll 4). Dannkommt 1804 die Mode auf ,,, den langhaarigen Zeug, den wir ehenderzu den Kotzen und Pferdedecken gnommen habn", zu Kaputröckenfür elegante Herren zu verarbeiten 5). Anfangs der 1830er Jahrewird ein Endpunkt der Entwicklung erreicht: wenn der Kaiser Franzauf der Bastei oder dem Glacis spazieren geht, so bemerkt man ihnoft gar nicht, denn er tragt bloß an einfachn Kaput... 6). DieWiener Castelli) und Loritza ³) verzeichnen 1847 unter Kaput"einfach einen Überrock. Nach 1848 war der Kaput noch in der öster-reichischen Armee in Gebrauch, für Offiziere im gewöhnlichen Dienstund im persönlichen Verkehr 9). Am Anfang des Jahrhunderts ist ernur rückwärts in die Taille geschnitten und hat glatte Vorderbahnen

¹) Kluge Götze, Etymolog. Wb., S. 284.

2) Krünitz, Encyclopädie, Bd. VII( Berlin 1776), S. 643 f.

3) Höfer I( 1815), S. 135.

4) Eipeldauer- Briefe 1804, 31, S. 32.

5) Desgl. 1804, 24, S. 44.- Kapotas aus Ziegenhaaren werden vonden Griechen 1823 getragen( Wr. Ztschr. f. Kunst, Lit.. Theater u. Mode1840, S. 636.

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6) Hans- Jörgel- Briefe 1832, 2,.S. 23.

7) Castelli, Wb., S. 179.

5) Loritza. Idiot., S. 32.

9) Angeli, Wien nach 1848, S. 63.