Jahrgang 
53 (1950) / N.S. 4
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Schranka verzeichnet sie 1905 und erklärt: Morgenröckerl, kurzerSchlafrock eines Herrn ¹). Jakob ist 1929 allgemeiner und vermerkt:kurzer Männerrock 2). Älteren Wienern ist der Ausdruck noch heutegeläufig.

Der gut unterrichtete Hans- Jörgel erzählt im Oktober 1840 vondrei Männern, die er auf einer Bank auf dem Glacis trifft: alle dreitragn Bons churln, dös sein die neuen Röck, wo der Schneiderz viel Tuch zu ein'm Jankerl und z'weni für ein Gehrock kriegt, unddaher zwischen beiden so ein z'sammg'stutzts Mittelding, was kein'mJanker und kein'm Gehrock gleichschaut, z'sammpfuscht ³). LautT. P. starb am 28. Februar 1845 ein unbekannter Mann, bei 19 Jahrealt, im Spital der Barmherzigen Brüder. Er war u. a. bekleidet miteinem ,, sogenannten Bonjourl von braunmeliertem Baumwoll-stoffe, einer Weste, Pantalonhose, runder schwarzer Haube ohneSchirm.

Lange Oberkleider mit Ärmeln.

Der Gehrock( Rock, Überrock)

hat sich aus dem Bürgerrock der Rokokozeit, dem Justaucorps( iranzös., wörtl. recht- am- Körper) gebildet. Die Bezeichnung Geh-rock" wurde bisher 1814 frühestens nachgewiesen 4), erscheintjedoch in den Wiener Totenprotokollen bereits am 11. Oktober 1800.( Beisp. M 1). Seine Neuheit zeigt sich hier auch in der schwanken-den Schreibweise: 1806 Gehrock, 1810 Gährock, 1813 Gerock".1816,, Kerock. Er wird zwischen 1800 und 1848 66mal( 17%)angeführt, die fragichen Bezeichnungen, Rock" u. ä. nicht ein-gerechnet, am häufigsten zwischen 1820 und 1830( 24mal).

Das Material ist meist Tuch( 43mal), nur je einmal IX 1811graues Zeug, IV 1816 bei einem Bettler Moldon und XI 1833 beieinem alten Mann Satincloth. Die Farben sind blau( 21mal), braun.( 13mal), grün( 12mal), grau( 9mal), schwarz( 6mal), weißlich undsemmelfarben( je 1mal). Von Macharten werden erwähnt: 1843 einblautüchener Gehrock mit Schößen( Beisp. M 31), 1844 bei einem31j. Lackierergesellen ein grüner Gehrock mit Seitentaschen undschwarzem Unterfutter. Der Kragen besteht oft aus anderemStoff, auch in anderer Farbe, meist Samt( 7mal), schwarzem Samt( 7mal), im einzelnen z. B. braunes Tuch mit schwarz taffetnemKragen 1800, Beisp. M 20- 1821, blaues Tuch mit Kragen vonschwarzem Manchester 1833, schwarzes Tuch mit blauem Samt-kragen 1839, rotbraunes Tuch mit schwarzem Samtkragen 1844.

1) Dr. E. M. Schranka, Wiener Dialekt- Lexikon( Wien 1905), S. 32.2) Jakob, Wb., S. 40.

3) Briefe 1840, 10, S. 42.

Kluge Götze, S. 193.

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