Jahrgang 
53 (1950) / N.S. 4
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nertorbrucken zurdeck"( d. h. im Stadtgraben unter der Kärntnertor-Brücke nächtige). ,, wern darn schon wieder ausbögeln ¹).

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Von den Wiener Modeherren wurde der Spenser zunächst alsÜberkleid getragen; 1797 erzählt der Eipeldauer: Jetzt gibts z'Wienwieder curiose neue Modi. Da ist mir einer begegnt, der hat's Nacht-leibl übern Rock anghabt: und da hab ich anfänglich glaubt, daß erausn Narrnturn entsprungen ist, aber weil ich seit der Zeit nochmehr andre Herrn mit'n Nachtleibl übern Rock antroffen hab, soweiß ich jetzt erst ,, daß das ein neue Modi ist" 2). Im Jahre1804 macht wieder der Eipeldauer die sarkastische Bemerkung: DieSpenzer sind unter den eleganten Herrn noch immer Modi. Es istaber auch ein recht komodi Tracht, denn wenn auch der Rock obenzrissen ist, und der Ellbogn herausschaut, so zieht man nur gschwindein Spenzer an, und da ist alles zudeckt" 3)( vgl. auch Beisp. M 2).Im März 1805 war ein eleganter Herr auf der Bastei gekleidet in,, weiße Hanswursthosen( d. s. Pantalons), blaue Strümpfe, grünenRock, darüber einen schwarzen Spenzer" 4); 1806 berichtet derEipeldauer: Die Spenzer sind noch immer in der Modi, und es istauch wirklich ein recht komode Tracht, aber ein dunkelblauer Spen-zer auf ein weißen Roà macht ein verfluchte Figur. Nun folgt eineBegebenheit von einem so gekleideten Herrn, der aus der ,, Mehl-grube" kam und von einem Kauflustigen für einen Mehlmesser ge-halten wurde: dieser sah die Schöße des weißen Rockes für eineSchürze an 5). Ein Stahlstich zeigt 1814 den Spenser über demFrack). Laut T. P. wurde im Mai 1834 ein 69j. Hausierer unter denWeißgärbern gefunden, der mit Pantalon, Weste, Frack und Spen-ser bekleidet war. Noch 1839 schildert der Hans- Jörgel diese Trag-art in Wort und Bild: Weils in der Fruh kühl is( d. i. auf demWasserglacis), hat er immer ein nankinenen Spenser übern grünFrack an, und wenns wärmer wird, ziegt er den Frack aus undbhalt den Spenser an 7). Diese Tragweise war offenbar mehr inbürgerlichen Kreisen üblich; in den unteren Schichten wurde derSpenser als alleiniges Oberkleid getragen.

Das Bonjourl.

Die Bezeichnung dieses in den T. P. nur einmal erwähnten Klei-dungsstückes kommt vom französ. bon jour= guten Morgen.Sie fehlt in den Mundart- Wörterbüchern des 19. Jhs. ganz. Erst

1) Wr. Städt. Sammlungen I. Nr. 16.368.

2) Briefe 1797, 32, S. 56 f.

3) Desgl. 1804. 23, S. 47.

4) Desgl. 1805, 38, S. 20.

5) Desgl. 1806, 3, S. 23 f.

6) Mode Almanach für Damen. Wien, bey Georg Müllner in der Sin-gerstraße im Curhaus, Jg. 1814.

7) Briefe 1839. 7. Heft.

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