Die Hemden sind häufig gemärkt, meist mit rot gestickten Buch-staben. Als nationale Besonderheit wird 1835 ein„, kurzes ungari-sches Hemd" erwähnt. Mitunter werden in der kalten Jahreszeitzwei Hemden getragen, so XI 1813 von einem ca. 60j. unter Kaput,Frack und Gilet; III 1824 von einem 40 bis 50j. unter Gehrock undWeste; III 1830 von einem 20. Holzwächter. Dazu paẞt eine alteOrtsneckerei von Gablitz, die der Eipeldauer 1821 erwähnt:` dortsollte seit mehr als hundert Jahren disputiert werden, ob das eineVerschwendung sei, wenn ein Mensch in der strengsten Kälte statteinem Hemd zwei anziehe ¹).
Die Unterhose( Beisp. M 25, 27, 29),„ Unterziehhose“( Beisp. M 16, 30, 33),„ Gattie“( Beisp. M 19) 2),„, Gattihose“( Beisp.M 31) 3) erscheint zunächst ganz vereinzelt 1806, 1808 und 1813 undwird ab 1816 häufig, von der Mitte der 20er Jahre an fast allgemeingetragen. Dazu mochten zwei Umstände beitragen: die Einführungder langen Oberhose, Pantalons, und ungarischer Einfluß. Unter denverschiedenen Bezeichnungen werden Unterhosen 105mal erwähnt( 27%). Das Material ist grobes, mittelfeines und feines Leinen,Zwilch, Flanell( 5mal), und Barchent( 6mal). Weiß überwiegt; da-neben kommen blau und grau vor, sowie gelegentlich gestreifte undquadrillierte Stoffe. Was die Machart betrifft, so wird ein einziges-mal eine ,, mittelfeine Unterhose nach deutscher Art" erwähnt( Beisp.M 24). Häufig werden dagegen Unterhosen nach ,, ungarischer Art"( Beisp. M 21, 22) und„ Gattien“ vermerkt, so: X 1816, über 40j.„ leinene, nach ungarischer Art gemachte Unterziehhosen"; VIII 1819,, Gattien nach hungarischer Art“.„ Nach ungarischer Art" kommtbis 1831 17 mal vor, dann nur mehr III 1844( Beisp. M 32) einmal.„ Gattie" vom magyar. gatja erscheint 8mal; der Ausdruck Gat-tie), Gattehose ist noch in der Wiener Mundart üblich.
Das Leib 1, Unterleibl, Nachtleibl kommt 29mal als Unter-wäsche vor, so 1813( Beisp. M 12) ,, Unterleibl aus weißem Bar-chent", 1819( Beisp. M 19) gestricktes Leibl aus weißer Wolle,IV 1831, über 30j.,„ Nachtleibl von gewirkter Schafwolle mit Haf-teln", II 1845, 55j. ,,, Nachtleibl von blauem Barchent". Als Materialwird weißer Barchent 14mal, gestrickte oder gewirkte Wolle 10malgenannt. Vgl. auch Beisp. M 16, 18, 21, 25, 31.
Schlafhauben werden 5mal erwähnt: II 1819 bei einem
¹) Briefe 1821, S. 13.
2) ,, Gatya" ist zuerst im 16. Jh. in Steiermark als Bezeichnung fürtürkische" Hosen nachweisbar: Mautner- Geram b I. 343.
3) Gatti- Hosen, leinene Unterhosen, welche böhmisch gatje, unga-risch gatya, kroatisch gache( gatsche) heißen. Der deutsche Beisatz,-hosen*geschieht bloß in der Absicht, um dieses fremde Wort leichter kennbarzu machen: Höfer I, 276.
4) ,, Gatje, die unten geschlossene Unterhose": Max Mayr, DasWienerische( Wien 1930), S. 191.
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