Jahrgang 
53 (1950) / N.S. 4
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I. MännerLeibwäsche

Das Hemd, ma. Hemet, nadelneue Hemmeter" ¹) besteht ausLeinen verschiedener Art; grobes Leinen" wird 130mal erwähnt(= 33%); dazu müssen wohl auch die mit ordinair bezeichneten,sowie die 5mal genannten Kommißhemden gezählt werden. Dieseentstammten den Magazinen der Armee und wurden von Soldatenund Ausgedienten getragen 2). ,, Mittelfein kommt 79mal vor( 20%) ,,, fein" 23mal. Hemden mit besonderer Ausstattung lassen aufhöhere Lebensart des Trägers schließen, meist auch im Einklangmit der übrigen Kleidung. Da ist zunächst das Jabot, französ.le jabot, wörtl.., Kropf des Federviehs", im Volksmund DasSchapo'l, die Einfassung von Spitzen am Brustschlitz eines städti-schen Mannshemdes, Busenkrause ³). Castelli erklärt kurz: dasSchapodl, Brustkrause am Hemd 4). Es kommt in den Totenbe-schreibungen 6mal vor, 1808 bei einem ca. 30j. ,, Vorhemd mit Scha-podl, 1813 bei einem über 50j. Hemd mit Schapodl, 1816 bei einemüber 30j. ,, ein feines, mit einem Schapodl versehenes gemerktesHemd", im gleichen Jahr bei einem über 40j. ,, ein feines, mit Merk-zeichen versehenes und battistenem Schapodl besetztes Hemd", 1819bei einem ca. 40j., feines Hemd mit Jabot. An den französischenWortsinn erinnert folgende Eintragung 1831 bei einem über 30į.:,, mittelfeines Hemd, vorne mit Knöpferln, ohne Merkzeichen.Ähnlich ist es mit dem Chemisett, französ.( die) chemisette.wörtl... Hemdchen". Castelli erklärt: Das Schmisl, ein kurzes Vor-hemd 5). In der Steiermark kannte man Schemiserln, Schmisettln,die ärmellos, wie ein Wetterfleck über den Kopf gezogen wurdenund die Hemdkrause und den gefältelten Brustteil zeigten 6). Der,, Hans Jörgei von Gumpoldskirchen erzählt 1839 von einem Mann,der die Gewohnheit hatte, unterm Schmiesl ein großen Brustfleckz'tragen und wendet 1844 die Redensart an: Dem muß i einSchmisl falteln". d. h. es ihm zeigen 7).. Ein Chemisett kommt in

1) Briefe der Tulbinger Rösel an ihren Herrn Vetter, den jun-gen Eipeldauer, als Gegenstück zu den Eipeldauer Briefen( Wien) 1808. 1.S. 28. Ausnadelneu" wurde das heute übliche nagelneu, funkelnagelneu.2) Kommiß: was durch. öffentliche Anstalt, Commission, französ. lecommis, den Soldaten ausgeteilt wird. Höfer, Etymolog. Wörter-buch der in Oberdeutschland, vorzüglich aber in Österreich üblichen Mund-art( Linz 1815) I, S. 138. Daher: Kommißbrot,-Tabak.-Schuhe,-Tuch.3) Schmeller- Frommann, Bayer. Wörterbuch II, 436.

4) I. F. Castelli, Wörterbuch der Mundart in Österreich unter derEuns( Wien 1847), S. 227.

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5) Desgl. S. 246.-- Bei Schmeller nicht.

6) Mautner- Geramb II. S. 406.

7) Briefe 1839, 11. S. 12.- 1844, 5, S. 46.