3. Fernwallfahrten
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Und doch zieht der Pöstlingberg mehr Wallfahrer an,allerdings läßt sich bei den meisten Besuchern seiner Kirche nichtvon einer Wallfahrt im eigentlichen Sinne sprechen, sie sind mitirgendwelchen Besorgungen in der Stadt verbunden, nach derenErledigung auch auf den Pöstlingberg gefahren wird. Nur seltenkann man hören, daß jemand eigens auf den Pöstlingberg wall-fahrten war, noch am ehesten von Brautleuten, die an ihrem Ehren-tage die Kirche aufsuchen.
Infolge der leichten Verkehrsverbindung ist der Pöstlingbergnicht mehr eine Fernwallfahrt; gab es bis zur Jahrhundertwendeeine Anzahl älterer Menschen, die in Linz nur ein oder zweimalin ihrem Leben gewesen waren, auch gar kein Bedürfnis zu einerStadtfahrt hatten, ist das Stadtfahren gegenwärtig eine Modegeworden.
Auch Maria Zell ist nicht mehr in dem Sinne der altenGeneration eine Fernwallfahrt, da man dorthin mit dem Autobusnur zwei Tage ,, aus ist“, d. h. von zu Hause fort ist, während unsereEltern einst mehr als 10 Tage brauchten, wenn sie mit der Kreuz-schar von Linz aus, wo sie sich sammelten und über Maria Taferl,Sonntagsberg und Annaberg meist zu Fuß ihren alten Wallfahrer-weg zogen, ihre bestimmten Lieder sangen und ihren feierlichenEinzug in die Basilika hatten, an den sie sich ihr Leben lang er-innertèn. Bis zur Jahrhundertwende dürfte kaum mehr als einDutzend die Möglichkeit einer Zellerwallfahrt gehabt haben, in dersie eine besondere Gnade erblickten; sie übernahmen für anderePfarrangehörige die Ausführung von Gelübden, brachten auf derenBestellung die sog. Räucherkerzen mit, die man in den Familienzur Hausräucherung am Vorabend von Heilig Dreikönig vornahm.
Einigemale schloß sich eine kleine Gruppe einem Lourdes-pilgerzug an, worin die eigentliche Fernwallfahrt von hier aus zusehen ist; und es war interessant zu beobachten, daß in der Zeit,wo die Wallfahrten in der Heimat sich abschwächten und ihrevolkstümlichen Züge ganz zu verblassen begannen, diese in Ver-bindung mit der Fernwallfahrt auflebten, so das heilige Wasserim Lourdeswasser, das man für sich und andere mitbrachte.
Die Wallfahrt nach dem Heiligen Lande war bis zurJahrhundertwende nur einem einzigen Bauer ermöglicht worden:darin sah man mehr als seine persönliche Angelegenheit, er zoggleichsam als Repräsentant der ganzen Pfarrgemeinde, die in denneunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch eine kirch-liche und religiös gebundene Gemeinschaft war; daher war seineAbreise mit einem feierlichen Reisesegen begleitet und ebenso
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