Jahrgang 
52 (1949) / N.S. 3
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Marienwallfahrten Maria Pötsch und Maria Ramersberg als Nah-und Pöstlingberg als entferntere Wallfahrt die bevorzugte Stellunginne.

Einerseits der tiefen und allgemeinen Marienverehrung undanderseits dem Zuge nach der Fernwallfahrt mag es entsprechen,daß die Heimat die ferne Gnadenstätte, die doch nur wenige be-suchen können, gleichsam in Nachbildung besitzen will, weshalb dieErrichtung der Lourdes grotte bei der Pfarrkirche erklärlichwird und daß diese zu einer Wallfahrt über den engen Raum derPfarre hinaus werden kann, besonders wenn sie eine Statue derLourdesmadonna enthält, die sich Pfarrangehörige von einem Lour-des- Pilgerzug mitgebracht haben. Diese vor 25 Jahren errichteteKapelle ist erfüllt von Votivtafeln mit den gleichförmigen Worten:Maria hat geholfen. Sie ist aber auch eine Beeinträchtigung desWallfahrens nach anderen Stätten, da die Muttergottes überalldieselbe ist", wie man hören kann.

Frauen und Mädchen sind immer und überall tiefer religiös ver-anlagt; daher ist ihnen vor allem die etwa km östlich des Pfarr-dorfes einsam im Walde gelegene Hanghoferkapelle zu einerMarien- Wallfahrt geworden. Sie wurde vor mehr als fünfzig Jahrenvon dem drittletzten Besitzer eines in der Nähe gelegenen großenBauerngehöftes in Erfüllung eines besonderen Familiengelöbnisseserrichtet. Die Tatsache, daß diesem die Erfüllung wurde, hat denPlatz in den Augen der Pfarrangehörigen als besondere Gnaden-stätte legitimiert und ein großes Vertrauen aufkommen lassen. DieGründung dieser ganz im Stil der üblichen Hauskapellen erbautenWaldandachten erfolgte noch zu einer Zeit, als im Oberen Mühl-viertel die alte festgefügte Frömmigkeit noch nicht gelitten hatte,und von einem Manne, der sogar zu seiner Zeit als ein aufragendesDenkmal bäuerlicher frommer Lebensauffassung galt. Weil sich dasGelübde an einem Kinde vollzogen hat, gehen vor allem die Fami-lienmütter mit ihren Kindern an Maiensonntagen nachmittags undbesonders an Maria Himmelfahrt zu dieser Kapelle beten. An MariaHeimsuchung findet sich eine Gruppe Frauen und Mädchen ein; essind also die Frauen, die hierher ihre Zuflucht nehmen, und manhört manche Hausmutter ihrer Freundin den Rat geben: Probier'sund geh zur Hanghoferkapelle." Die Innenausstattung enthält einBild der heiligen Maria von der Immerwährenden Hilfe und einigeBilder, die verlobt wurden.

Das starke Wallfahrtsbedürfnis bis über die Jahrhundertwendeund gegen den Ersten Weltkrieg zu lenkte die Menschen, wie schonerwähnt, nach Maria Pötsch im Großen Mühltal, zweiund eine halbe Stunde zu Fuß vom Pfarrdorfe entfernt. Das, Pötsch-gehen war bis dahin ein alljährlich gehaltener Brauch. Es waren

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