Jahrgang 
52 (1949) / N.S. 3
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fahrtsbedürfnis großen Abbruch getan. Die Quelle, das Bründl, mitdem heilbringenden Wasser war das Ziel, wo man sich die Augenwusch oder benetzte. Wo sich über dem Bründl eine Marienkapelleerhob, nahm die heilige Maria als Helferin in aller menschlichen Notdie letzte und unmittelbarste Instanz ein, ihr Gnadenbild wurde be-rührt mit einem Tuch und damit wurden die Augen berührt, sowohldie kranken als auch die gesunden zur vorbeugenden Wirkung.So wallfahrtete man von hier einst nach Maria Pötsch,einer jüngeren Gründung( Abb. 2) oder nach Maria Bründlbei Putzleinsdorf( Abb. 3). Beide Stätten hatten zahlreicheAugenvotive in Wachs, Metall und Votivtafeln. In Maria Pötschumschritten die Wallfahrer, auch wenn sie nicht in der besonderenNot eines Augenleidens gekommen waren, den Marienaltar; nach-dem sie ihr Geldopfer gereicht hatten, verrichteten sie auf denStufen ihr Gebet, stiegen auf dem Schemel zum kleinen an derTabernakeltür angebrachten Gnadenbild empor und wischten miteinem Tuch darüber und dann sich selbst über die Augen. DieserBrauch wird noch gegenwärtig von mancher Mutter geübt. Es istrührend zu sehen, wie die Mütter ihren kleinen Kindern mit ihremTüchlein über die Augen wischem. Derselbe ist übrigens auch andem Kultbild der Immerwährenden Hilfe von Ramersberg zu be-obachten, das kein Heilwasser hat.

Ein bäuerliches Anliegen hat eigentlich kein besonderes Wall-fahrtsbedürfnis ausgelöst; das ist der Schutz des Hauses vor Feu-ersgefahr und Blitz. Dazu ist die persönliche Anwesenheit des heili-gen Florian notwendig, daher soll sein Standbild oder sein Haus-zeichen in einer Mauernische oder als Hinterglasbild ober demEẞtisch diese Gefahr abwehren.

Wir erkennen deutlich, daß die Menschen aus ihrer bäuerlichenLebensart und aus der darin wurzelnden katholischen Frömmigkeitzu bestimmten Sonder- Heiligenwallfahrten gedrängt wurden unddaß ihnen aus einem tiefen Verstehen ihrer Lebensbedürfnisse diekatholische Volksfrömmigkeit den liebevollen Raum bot; weitersersehen wir aber doch, daß dieser Zug, der auf Besonderung imWallfahrtswesen einstmals hinzielte, im allgemeinen Schwinden be-griffen ist, weil sich die geistige und religiöse Struktur der Men-schen hier aus mehrfachen Gründen geändert hat und daß es sichnicht um das Wesenhafte des christlich- katholischen Wallfahrtstumshandelt, daß die Idee immanent ist und neue Formen aufblühen läßt.2. Marienwallfahrten

Daher kommt die Gegenwart mit einer kleinen Zahl von Gnaden-stätten aus, die der Muttergottes geweiht sind. Im Wallfahrtstum istdie Verehrung der heiligen Maria und ihrer Gnadenvermittlung all-gemein zum Durchbruch gekommen. So haben für unsere Pfarre die

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