engsten Gemeinschaft, aus der Familie und seiner Pfarre, Beachtungfinden; es soll daher versucht werden, wie der bäuerliche Menschder Pfarre Kirchberg, die an dem gesamten geistigen und religiösenLebensraum des Oberen Mühlviertels ihren starken Anteil hat,eigentlich Wallfahrer wird, und welches Ausmaß sein Wallfahrts-bedürfnis vor und nach jener großen Wende im volkstümlichenWallfahrtswesen hatte. Als bäuerlicher Mensch fühlte er sich ausseinem bis dahin gültigen theozentrischen Weltbilde unmittelbar vomHimmel abhängig.„ Vom Bauer die Arbeit, von oben der Segen"galt für ihn. Flursegen und Prozession, Feldfrüchtegebet beim sonn-tägigen Pfarrgottesdienst sind das Gemeinschaftsgebet um die nor-male Witterung. Für anhaltende Dürre aber und ebenso Regen-wetter ist die besondere Hilfe notwendig durch eine Wallfahrt. Undes mögen sich die Menschen glücklich schätzen, eine solche Wall-fahrt, die besonders zuständig ist, in der Pfarre zu haben.
1. Sonder- Heiligenwallfahrten
Die gewünschte Witterung ist infolge der ungleichen Anbau-oder Erntezeiten oft innerhalb eines ganz engen Raumes, von Pfarrezu Pfarre, verschieden; es muß daher das Bedürfnis nach einerSonder- Heiligenwallfahrt in der eigenen Pfarre entstehen. UnserePfarre hat eine solche in der Buchentkapelle; dies ist einekleine Waldkapelle mitten im sogenannten Buchentholz an der altenStraße nach Untermühl gelegen( Abb. 1). Sie ist im üblich schlichtenStil der Hauskapellen mit Bet- und Ruhebank davor errichtet. DasInnere kann nicht betreten werden, es enthält das Bild Maria vonder Immerwährenden Hilfe und einige heilige Bilder, die als Votiv-geschenke niedergelegt wurden. Unbeholfene Aufschriften, wie,, Maria hat geholfen" usw., bedecken die Außenwände. Aus einemkleinen Rinnsal trank man einstmals heilkräftiges Wasser, nahm esnach Hause mit; diesen Brauch kennt niemand mehr. Den Wanderer,der bei einer Rast ein stilles Gebet verrichtet, hält die Hygienedavon ab, den bäuerlichen Menschen erfüllt auch kein Verlangenmehr nach dem heiligen Wasser. Zu dieser Kapelle, zur Buchenmut-tergottes, ging man beten um Änderung einer langandauernden un-günstigen Witterung, für Regen und Sonnenschein. Die Gemein-schaftswallfahrten zogen bis zum Weltkrieg etwa mit einer kleinenroten Fahne mit der Darstellung des Kultbildes darauf unter Führungeines Ortsgeistlichen dorthin. Das Vertrauen in die Gewährung derHilfe war sehr groß, und bei den älteren Frauen ist dieses bis heutenicht unterbrochen worden. Abfälligen Einwürfen halten sie entgegen,daß das ,, Buchentgehen, wenn es nicht hilft, nicht schadet".
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