Jahrgang 
51 (1948) / N.S. 2
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Chronik der Volkskunde

Der Verein für Volkskunde in den Jahren 1947/48

Seit der Hauptversammlung am 25. April 1946 wurde der Verein mitallen zur Verfügung stehenden Mitteln wieder aufzurichten getrachtet. DieMitgliederzahl konnte bis Ende 1947 auf etwa 300 gesteigert werden,wobei besonders ins Gewicht fällt, daß nunmehr sogut wie sämtlichevolkskundliche Fachleute des Landes Mitglieder geworden sind, was vor-dem nicht der Fall war. Auch hat sich die Zahl der Mitglieder jetzt gleich-mäßiger auf alle Bundesländer verteilt als früher.

Die Hauptarbeit des Vereines galt, in Zusammenarbeit mit der staat-lichen Museumleitung, 1947 vor allem der beschleunigten Wiederaufstellungdes Museums, die bereits zu großen Teilen erreicht werden konnte.Sämtliche vorhandenen und neueingelaufenen Gelder wurden dafür ver-wendet, nicht nur die monatliche Subvention des Bundesministeriums fürUnterricht( 2000.-), sondern auch eine einmalige Subvention des LandesNiederösterreich

( 1500). Die Jahressubvention der Gemeinde Wien( 2000) dient nach wie vor zur Deckung der Gebäudemiete; der Vereinist der Gemeinde Wien freilich für die 1947 sehr umfangreichen Instand-haltungsarbeiten am Museumsgebäude( Dach, Schornsteine usw.) zu beson-derem Dank verpflichtet. Aus den erwähnten Mitteln wurde besonders dievollständige Neueinrichtung von 5 Möbelstuben im Erdgeschoß durch-geführt, welche im gleichen Zeitraum allmählich auch mit entsprechendenlandschaftlichen Bildkarten zur Volkskunst und zum Hausgewerbe in denbetreffenden Landschaften( Leitung Dr. Ernst Kremeier, künstlerischeGestaltung Maler Robert Beck) ausgestattet wurden. Diese Möbelstubenwurden auch als erste Räume des Hauses mit künstlerischer Raumbeschrif-tung durch Maler Herbert Pass versehen. An künstlerischen Arbeiten istschließlich noch die Teilkopierung des großen Tiroler Zinnblechwerk-Gemäldes durch Malerin Poldi Schörghofer zu erwähnen, welche zurBereicherung der Ausstellung Österreichische Trachten im Bilde" ver-wendet wurde. Die wissenschaftlichen Arbeiten am Museum wurden außervon der Museumsleitung durch wissenschaftliche Hilfskräfte besorgt. Davonwar Dr. Adolf Mais bis 30. September mit einem Werkvertrag des Ver-eines angestellt, und wurde dann mit einem Forschungsauftrag des Unter-richtsministeriums( Inventarisierung der Metallsammlung des Museums)weiterbeschäftigt. Von Mai bis September 1947 war Frl. Hedwig Kräutlerals Hilfskraft tätig. Dr. Ernst Kremeier steht wie seit Jänner 1947dauernd in einem von Verein und Museum gemeinsam geleisteten Ent-iohnungsverhältnis. Dr. Sigmund Großeibl leistet seine Bearbeitung desOrtskataloges des Museums freiwillig und unentgeltlich.

Von öffentlichen Veranstaltungen des Vereines ist zu-.nächst die Hauptversammlung am 23. 10. 1947 zu erwähnen, bei der derbisherige Präsident Prof. Dr. Richard Pittioni zurücktrat, da er seine Auf-gabe der Überleitung des Vereines in geordnete Verhältnisse für beendetansah. An seiner Stelle wurde Direktor Prof. Dr. Rudolf Dechant zum

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