( I 384). Später hütete man sich, den Richter zu rufen, selbst wennes bei Prügeleien zu Arm- oder Beinbrüchen kam( II 267 Windig-steig um 1670). Seit Ende des 16. Jahrhunderts werden die Weis-tümer dem Tanz gegenüber immer strenger. 1582 erscheinenungewohnliche Thänz verboten( II 843 Zwettl), 1615darf in der Karwoche und zu anderen verbotenen Zeiten wederauf der Gasse noch in Häusern getanzt werden( III 82 König-stetten), 1641 ist nur mehr bei Hochzeiten Tanz gestattet( III 5Ratzenberg), 1659 gilt Tanzverbot auch für die Tage, da keineHochzeiten gehalten werden dürfen( II 573 Sigmundsherberg). Zurselben Zeit mahnte die Äbtissin vom Erlakloster die Eltern davor,ihre erwachsenen Söhne und Töchter auf leichtförtige TänzJaufen zu lassen und verbot freitänz nach 9 Uhr abends( III 848 u. 854). Namentlich an Fasttagen durfte nicht getanzt wer-den( II 55 Weikendorf 1697). Immer wieder wird das Verbot für diegesetzlich bestimmten Zeiten( Advent, Fastzeit) und nach 9, bzw.10 Uhr abends erneuert und auch auf die Stunden des Vormittags-gottesdienstes an Sonntagen ausgedehnt( III 543, 1780 Melk). Noch1828 werden diese Bestimmungen für Traiskirchen verzeichnet( IV 93). Ansonsten ist bezüglich der Fastenzeit bloß angegeben,daß der Traisenfischer an die Veste Ochsenburg im Jahre 1438 alltag 1 Heferl( Topf) guter visch zu liefern hatte( III 295).Auch von allen schönen Osterbräuchen, wie den Auferstehungs-feuern im niederösterreichischen Wechselgebiete und in der Ost-steiermark, geben die Weistümer keine Kunde, weil eben darannichts zu verbieten war. Bloß die Weihe der Osterspeise ist starkbetont und war zu Netting bei Wiener- Neustadt noch im 18. Jahr-hundert mit der schönen Sitte verbunden, daß der Pfarrer vonSt. Peter am Moos bei Sonnenaufgang in das Dorf geritten kommenmußte, um die Speisen seiner Pfarrkinder zu weihen. Dem Burg-inhaber von Dachstein hatte er sie beim Kreuze unterhalb der Vestezu weihen( I 110). Von den Ostereiern ist ebenfalls ein wenigeserwähnt. Sie hießen Walgeier, waren hart gesotten und wurdenzu Spielen verwendet, wie das Glossar zu den Weistümern angibt( IV 725). Von solchen mußte jeder Gemeindeangehörige am Kar-samstag in Buchberg dem Pfarrer bei der Wasserweihe einesgeben, im benachbarten Stolzenwörth auch dem Kirchendiener( I 255, 1630). Die Spende von Walgeiern scheint aber im gesamtenNiederösterreich üblich gewesen zu sein, denn 1660 gab zu Rossatzsogar dem Fährmann i eglicher zu ostern sein walgair,wenn er ein neues Schiff herstellen lassen mußte( III 431). BeimOsterfeste und an den anderen hohen Feiertagen wurden im 18.Jahrhundert die Opfergänge neu belebt. Sie waren auch an Ver-lobungs- und Bruderschaftstagen bräuchlich. Zu Aspern an der
34