Jahrgang 
51 (1948) / N.S. 2
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aber noch in großen und kleinen Archiven. Sie können als Haupt-quelle für die Ahnenforschung gelten, da aus ihnen bei den einzelnenOrten lange Reihen von Personennamen zu entnehmen sind. Mankann die Änderung der Familien- und Taufnamen verfolgen, findetzahlreiche Flurbezeichnungen, die verschiedenen Typen der Bauern-höfe, alle einst gebauten Fruchtarten und die vielen Termine für dieDienstentrichtung. In der Pfarre Klein Zell waren zum Beispiel dieAbgaben um das Jahr 1480 zu Weihnachten, Fasten, Ostern, Georgi( 24. April), Pfingsten, am St. Hypolitustage( 13. Juli), Michaeli( 29. September), am St. Colomannstag( 13. Oktober) und zu Mar-tini( 11. November) zu entrichten 33). Nicht minder mannigfaltigwaren die zu leistenden Zinse. So weisen die Göttweiger Urbare5 verschiedene Käsearten auf( große Käse, bessere Käse, kleineKäse, Rabensteiner Käse und Schwaigkäse) 34). Unter der Mengeder sonstigen Naturalabgaben sind Marderbälge 35), Eichhörnchen 36),gemästete Schweine( porcos bonos, optimum porcum) 37) sowieschon in der Babenberger Zeit Schweinsschultern( scapulos) undLämmerbäuche 38)-genannt. In dem bereits im Mittelalter verkehrs-reichen Gebiet von Türnitz mußten um 1480 mehrere Bauern je2 Wagenradteile liefern 39), bei Steyr wieder die 3 Faßhuben zu-sammen im 14. Jahrhundert 200 Holzteller und 200 Becher ausHolz 40). Häufig kommt schon um 1270 und bald nachher in denWeingegenden die Abgabe von Weinstecken vor, zu Baumgartenbei Göttweig waren einem Hofe sogar 12.000 Stück im Jahre vor-geschrieben 41).

Bei den Handwerksbetrieben wurde die Größe wohl beachtet.So unterschied man bereits um 1120 Mühlen mit 2 Rädern( molen-dinum cum duabus rotis) neben Einradmühlen 42). Auf die im Gött-weiger Bereiche im 18. und 19. Jahrhundert so wichtige Töpferei,die zu Traismauer außer Trinkkrüglein köstliche Gärdeckel undsogar hübsche Hausnummerntafeln erzeugte oder zu Mautern großeWeinkrüge mit Ritzmustern, weist schon 1302 die dachgrueb( Tachet- oder Tongrube) zu Tallern 43), aus der später das Materialbis nach Ungarn geliefert wurde 44). Hinweise auf kirchliche Bräu-che bieten die Urbare ebenfalls, so auf die Altarbeleuchtung miteinem Glase im Kremser Bürgerspital 45), auf die Kerzen zum heili-gen Grabe in Göttweig 46) oder auf den Zechmeister des Gottes-hauses zu Dürnstein im Jahre 1309 47). Selbst die Betätigung unsererBauern mit der Schießwaffe läßt sich aus dem Urbar des Dürn-steiner Frauenklosters erkennen, das bei Rossatz einen Obstgartenmit der Bezeichnung Schützenpoint und bei Groß- Gerungs einenSchützenhof angibt 18). Auch das bei der Behandlung der Urkundenerwähnte v alltor in der Dorfumfriedung begegnet uns in denUrbaren des 14. Jahrhunderts 49).

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