Jahrgang 
51 (1948) / N.S. 2
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einer Schwechater Urkunde von 1378 ist erkennbar, was zu einerHeiratsausstattung gehören konnte, nämlich ein Mantel, ein Schleierund ein Schrein 14). Das hohe Alter des Bundschuhs als Bauern-kleidungsstück läßt sich daraus erschließen, daß schon im Jahre1430 eine puntschuchöd bei Enns zur Flurbezeichnung ge-worden ist 15). Anderseits gewinnen wir aus einer Urkunde von 1433Aufschluß über den Schmuck einer angesehenen Rittersfrau, derAgnes von Maissau, die der Kartause Aggsbach ein goldenes Hals-band mit Perlen, 5 Goldspangen mit Saphiren und hellen Rubinensowie eine ohne Edelsteine vermachte 15). Dagegen verfügte 1379ein Bürger von Freistadt bezüglich seines harnasch, daß erimmer beim Hause bleiben sollte). Die gute Waffenausrüstung derreicheren Stadtbewohner und selbst vieler Bauern begegnet uns amEnde des 15. und im 16. Jahrhundert allgemein. Daß damals auf dasEssen und Trinken große Bedeutung gelegt wurde, zeigen vieleStiftungen und Verträge. So war mit der Abhaltung von Seelen-ämtern meist ein Festmahl im Kloster verbunden. Dabei erhieltjeder Mönch 3 Fische und einen Becher Wein, die Nonnen bloẞ2 Fische und eine halbe Kanne Wein, aber Weißbrot 18). Diesesmußte auch von einzelnen Bauernhöfen als regelmäßige Abgabe, alsWeihnachtsbrot, an die Kirche geliefert werden 19). Besonders auf-schlußreich ist der um das Jahr 1410 zwischen dem Kartäuser Klo-ster Aggsbach und Meister Smilo von Pehem abgeschlossene Leib-gedingvertrag, nach dem sich das Stift für eine ansehnliche Geld-summe verpflichtete, dem Genannten täglich zwo pfrünt wein( höchstens 2 Liter), ayne herrenpfrünt( bessere Sorte, fürdie Priester bestimmt), die ander gesintpfrünt( mindereSorte, für das Dienstpersonal bestimmt), als man sew denherren a wz irem vazz geyt und dem gesind geytawch auz irem vazz angevärd, darna all tagvier prot, zway herrenprot, als man es den herrenin den refent( Refektorium) geyt und zway gesintprotauch angever, als man sew all wochen newpachen( neugebacken) geyt den herren und dem gesint, und alltag acht ayr( Eier), wenn man dye ezzen sol. Wirluben im auch ze geben salcz zu seiner nat durftund in der vasten all tag zwen hering und auchholcz genug zw seiner notdurft in sein haws 20).

Schöne Bräuche hat das religiöse Leben in Österreich zur Ent-wicklung gebracht, die gleichfalls in manchen Urkunden aufscheinen.So brannte zu Ehren der Apostel in der schönen Kirche vonSt. Michael in der Wachau bereits 1379 eine Zwölfboten- Kerze 21).In Dürnstein wurden 1506 Wallfahrten nach Maria Zell und Petro-nell gestiftet 22) und schon 1408 fanden Kirchweihprozessionen über

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