Jahrgang 
50 (1947) / N.S. 1
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als Bannerträger in Eintracht und Besonnenheit zusam-menstehen, um unserer Wissenschaft den ihr gebührenden Platzzu erobern. Der alte, oft zitierte, aber immer noch nicht verwirk-lichte Satz Wilhelm Heinrich Riehls: Die Volkskenntnis müßtealler Staatsweisheit Anfang sein, er müßte gerade im neuen Öster-reich in seiner ganzen Tiefe erkannt und gewertet werden. Dennimmer noch erleben wir auf unseren volkskundlichen Wanderfahrtenin Ergriffenheit die tiefe Wahrheit des Wortes, das ErzherzogJohann über unser österreichisches Volksleben gesagt hat: Eslieget soviel Stoff in ihm, man braucht ihn nur zu heben!"

Graz, um Lichtmeẞ 1947.

¹) Wir verweisen auf das Buch von Adolf Bach Die Volkskunde,ihre Wege, Ergebnisse und Aufgaben", Leipzig( Hirzel) 1937, mit reichenund sorgfältigen Literaturangaben.

2) Die land- und forstwirtschaftliche Berufszählung, herausgegebenvom statistischen Zentralamt, Wien 1941.

3) Geramb, Die Knafflhandschrift( Quellen zur deutschen Volkskunde,Bd. 2, Berlin 1928), Einleitung S. 12 ff.

4) Das von A. Pokrandt( ZfVK 1935, S. 96 ff.) für Dezember 1811aufgezeigte Vorkommen im Buch Die deutschen Volksschulen von Har-nisch( Berlin, 1812) faßt den Begriff doch weiter. Es heißt dort: DieVaterlandskunde geht über vom Raum zur Zeit oder sie wirdVolkskunde." Ein noch früheres Vorkommen, das W. Hansen( eben-dort, S. 98 ff.) in den literarischen Anmerkungen zum Wunderhorn ür1806 entdeckt hat, ist ein ungenaues Zitat der von Archenholtz heraus-gegebenen ,, Literatur und Völkerkunde", das, wie Hansen meint, vonArnim und Brentano bewußt zu Volkskunde umgeformt worden seinkönnte. Mir erscheint das beim Zitat eines Buchtitels nicht wahrscheinlich.Vielmehr halte ich die auch von Hansen zugegebene Möglichkeit einesSetzerfehlers doch wohl für wahrscheinlicher. Wichtig ist das freilich nicht.Wohl aber ist es sehr wichtig, daß das Wort damals neben den Wörtern,, Völkerkunde", ,, Volkslehre" und dem von Jahn geprägten Volkstum"gleichsam in der Luft lag, daß es aber im heute noch geltendem Wortsinne.wie die Fragebogen Erzherzog Johanns und die Antworten darauf beweisen,soweit wir heute sehen können, doch erst 1812 in der Knafflhandschriftnachzuweisen ist. Ich halte es für aussichtsreich, die Archive dieser Zeitbesonders auf das Material der damals sogenannten Statistiker" in Öster-reich, Ungarn, Deutschland und der Schweiz, mit denen allen der Erz-herzog wegen der Ausarbeitung seiner Fragebogen in regem Briefwechselgestanden ist, weiter zu durchforschen.

5) Von denen die Knafflhandschrift" nur ein Beispiel ist.

6) Leopold Schmidt, Karl Ehrenbert Freiherr von Moll undseine Freunde. Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Volkskunde.( ZfVK 47, Berlin 1938, S. 113 ff.)

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