Jahrgang 
50 (1947) / N.S. 1
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haben. Das gilt ebenso für Lorenz Hübner, wie für BelsazarHacquet, für Kürsinger, wie für B. F. Hermann und M. J.Schottky und manche andere. Die Verbindung mit diesem Kreiswar durch den Schweizer Johannes von Müller und durch denösterreichischen Freiherrn von Moll hergestellt.

Aber auch die Zeit um und nach Erzherzog Johann( wir nennennur Karl Weinhold, Georg Göth, Lexer, Schmeller,Beda Weber, Franziszi, Vernaleken, Zingerle, Pail-ler, eine Reihe, die sich noch stark ergänzen ließe) hat das an-gefachte Feuer treulich durch das 19. Jahrhundert weiter getragenundum wieder nur ein Beispiel herauszugreifen auch dievolks- und ,, sittenkundlichen Schriften des jungen Peter Roseg-ger wären ohne solche Überlieferungen nicht entstanden.

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Wie dann die folgende Generation auch in Österreich zur Ver-feinerung der wissenschaftlichen Volkskunde beitrug, ist allenFachkreisen bekannt. Nur um die Erinnerung aufzufrischen, seienin alphabetischer und abermals sehr lückenhafter Folge einige derVerewigten genannt: Andree- Eysn, Frh. v. Andrian, Bünker, Dach-ler, Haberlandt, Hauffen, Kaindi, Meringer, Much, Murko, Pommer,Schönbach, Wesselski. Wieviel Gedenken steigt da bei jedemNamen auf!

Der Klang all dieser Namen gibt die Grundmelodie dessen an,was die volkskundliche Arbeit in Österreich bedeutet, und er sagtauch jedem Eingeweihten, wie weit sie über Österreichs Gemar-kungen hinaus Kräfte ausstrahlte. Die gesamte Wissenschaft derVolkskunde ist ohne diesen österreichischen Grundanteil nicht vui-stellbar, wie wir uns auch ein neues Österreich ohne intensivevolkskundliche Arbeit nicht denken können.

Doch kehren wir wieder zu Haberlandts Programmaufsatzzurück. Seine Stoffabgrenzung gegen die Anthropologie mußheute unterstrichen werden. Mit der Volkskunde auf rassischerGrundlage" haben wir schlimme Erfahrungen gemacht. Damit sollnichts gegen eine wirklich wissenschaftliche Rassenforschunggesagt sein. Nur ist diese nicht Aufgabe oder gar Grundlageder Volkskunde. Dagegen sind wir seit 1895 in der Einschät-zung der Vor- und Frühgeschichtsforschung schonim Hinblicke auf die, gerade von Arthur Haberlandt betonten,alteuropäischen Erscheinungen bestärkt worden. Wir erinnern.nur an die Ausgrabungen prähistorischer Hof- und Hausgrund-risse, an die Spuren keltischer Frühformen, wie die tanzendenRiesen im Samsonumzug, den genius cucullatus mit der, kappa"( Kopfschlitzüberwurf mit Kapuze), sowie an illyrische und etrus.kische survivals, die für die Volkskunde Österreichs sehr aufschluß-reich sein können. Aber auch umgekehrt: Der römerzeitliche Holz-

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