überterritorial gemeinten„ österreichischen Volkskunde“ wurde dieVolkskunde schlechthin, die Volkskunde als Wissenschaft. DerVerein konnte unter dem neuen Namen von 1919 an leichter alsbisher der Erschließung der volkstümlichen Kultur ganz Europasdienen, und die Zeitschrift sollte es unter dem Namen einer„ WienerZeitschrift für Volkskunde.“ Die zeitlichen Schwierigkeiten derPeriode nach dem ersten Weltkrieg haben es dieser zweiten Folgeder Zeitschrift nicht immer leicht gemacht. Die Verkleinerung desFormates, welche auch eine Verkleinerung des Umfanges brachte,der zeitweilig sogar sehr weitgehend vermindert werden mußte,führte zweifellos auch zu einer Verkleinerung ihrer Bedeutung. Diefachliche Geltung konnte der Zeitschrift freilich auch in diesenJahrzehnten nicht genommen werden, und nach wie vor blieb sieals Berichtsorgan der Volkskunde sehr wesentlich.
Unter diesen sehr erschwerten Umständen hat Michael Haber-landt die ,, Wiener Zeitschrift für Volkskunde“ bis zum Ende des41. Jahrganges im Jahre 1936 allein geleitet. Fünfunddreißig Jahr-gänge und fünfzehn Ergänzungsbände durfte der greise Forscherin dem„ Meine Lebensarbeit“ betitelten Bericht als den auf dieZeitschrift für Volkskunde fallenden Teil seines Werkes bezeichnen.Vom 42. Jahrgang an beginnt offiziell die Mitwirkung von ArthurHaberlandt an der Schriftleitung, der sie. 1940, nach dem TodeMichael Haberlandts, mit dem 43. Jahrgang vollständig übernahm.Die sachliche Zielsetzung der Zeitschrift blieb unter seiner Leitungdie gleiche wie unter seinem Vater. Die Hoffnung auf eine größereGeltung, die an eine geringe Umfangerweiterung seit dem Jahre1938 geknüpft wurde, hat sich freilich nicht erfüllt. Die Kriegsereig-nisse zwangen vielmehr im Jahre 1944 zur Einstellung der Zeit-schrift. Der letzte, 49. Jahrgang dieser zweiten Folge der Zeitschriftfür Volkskunde wurde mit einem nicht allzuumfangreichen Inhalts-verzeichnis über sämtliche vorliegenden Bände von Arthur Petakgeschlossen.
Eine leidenschaftliche, widerhumanistische Zeit hatte somit dasvorläufige Ende dieser angesehenen Publikation erzwungen. DieEreignisse des Kriegsendes und der Befreiung Österreichs erlaubtenkein unmittelbares Anknüpfen an die Tradition der„ Wiener Zeit-schrift für Volkskunde“, sondern wiesen gebieterisch auf eine Neu-gestaltung hin. Zu dem Entschluß des Vereines für Volkskunde,seine Zeitschrift auf jeden Fall wieder fortzuführen, trat das Ver-langen aller interessierten Kreise Österreichs, dieses Zentralorgander Volkskunde im Geist der neuen Zeit neu erstehen zu lassen."Besonders der vielfach ausgedrückte Wunsch, den zu eng erschei-nenden Rahmen des Namens der Zweiten Folge zu verlassen, unddie Publikation als„ Österreichische Zeitschrift für Volkskunde“ zu
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