130ÖZV, LXXIX/128, 2025, Heft 2Besucher*innen zur kritischen Auseinandersetzung nahegebrachtwerden, um über einen persönlichen Bezug historische Lebensum-stände zu vermitteln.Über ein anderes Freilichtmuseum sprach der online zuge-schalteteStefan Zimmermann(Freilichtmuseum Kiekeberg, Rosen-garten), der zunächst die Entwicklung dieser Museumsform als„Gedächtnisspeicher“ und„Erinnerungsort“ allgemein erläuterte, umdann auf das Freilichtmuseum am Kiekeberg in Niedersachsen beiHamburg einzugehen. Dieses versteht sich mit seinen rund 40 histori-schen Gebäuden – sehr reflektiert – als„Heimatmuseum“. Es schafftüber das Konservieren und Ausstellen vergangener Lebensrealitätenregionale Identifikationsmöglichkeiten und übernimmt Stellvertre -terschaft für nicht mehr vorhandene Orte persönlicher Familienge-schichten; darunter auch von Nachkommen deutscher Vertriebeneranhand dreier Gebäude der Nachkriegszeit. Darüber hinaus bietetdas Museum unter anderem für die rund 14.600 Mitglieder des För-dervereins und die zahlreichen ehrenamtlich Mitarbeitenden einen„dritten Ort“. Es ist Heimat im engsten Sinne für jene Menschen mitbesonderen Bedarfen, die ihren Inklusionsarbeitsplatz im Museumhaben und auf dem Museumsgelände wohnen. Eine Herausforderungfür die Zukunft sei es, die Situation von Flüchtenden der Gegenwarteinzubeziehen.Vom Museum als einem„dritten Ort“ sprach auchHannahDittmer(Universität Wien), die ihre Masterarbeit im Fach Kul-tur- und Sozialanthropologie über die Nutzung des„Hoamathaus“in Altenmarkt im Pongau vorstellte. Dieses Gemeindemuseum, das„Speicher und Vermittler von regionalem und lokalem Wissen“ sei,wird von vier angestellten Mitarbeiter*innen und vielen Ehrenamt-lichen an zwei Standorten betreut. Es ist Ort individueller und kol-lektiver Erinnerung, Lernort,(spontaner) Begegnungsort und sozio-kulturelles Zentrum, das vielfältig, z. B. für Hochzeiten, genützt wird.Einblick in den„Sammlungsbereich Volkskunde“ der nieder-österreichischen Landessammlungen, der großteils Dinge aus demländlichen Umfeld umfasst, die schlecht dokumentiert sind, gabRoccoLeuzzi(Landessammlungen Niederösterreich, St. Pölten). Bei einer„Nabelschau“ 2016 wurden die Leerstellen identifiziert, die durchaustypisch für volkskundliche Sammlungen sind: Industriearbeit, Migra-tion, Bildungswesen, prekäre Lebenssituationen, Mode u. a. kommen