Aufsatz in einer Zeitschrift 
NS-Zeit im Ötztal : museale Impulse für eine reflektierende Erinnerungskultur
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Edith HessenbergerNS-Zeit im Ötztal musealeImpulse für eine reflektierendeErinnerungskulturIn Tirol gibt es mehr als 200 Museen, der Großteil von ihnen hat dieFunktion eines Regionalmuseums inne, zahlreiche wurden vor Jahr-zehnten als sogenannte Heimatmuseen gegründet. Dies erfolgte meist je nach Region und wirtschaftlicher Entwicklung im Laufe des20. Jahrhundertsin Reaktion auf befürchtete Verluste ländlicherKultur. Ideologisch zu Beginn der Konstruktion einesVolksgeistesverbunden, basierend auf einer Volkskunde, die bis in die Nachkriegs-zeit eine hartnäckige Allianz aus Heimat und Volk propagierte, fandseit dem späten 20. Jahrhundert eine Transformation vieler TirolerMuseen statt von Sammlungs- und Wissensspeichern zu Orten,die sich mit aktuellen Themen, gesellschaftspolitischen Fragen, mitZeitgeschichte und Erinnerungskultur beschäftigen.1Ein Beispiel dafür geben die Ötztaler Museen, die zwei his-torische Museen am Eingang und in der Mitte des Ötztales zu einerBetriebsgesellschaft verbinden: das 2004 eröffnete TurmmuseumOetz, und das 1979 eröffnete Ötztaler Heimatmuseum in Längenfeld.2013 wurde neben dem Ötztaler Heimatmuseum der Gedächtnisspei-cher Ötztal eröffnet, mit dem Auftrag, eben als talweiter Sammlungs-und Wissensspeicher zu fungieren. Seit dem Zusammenschluss dieserEinrichtungen unter dem Namen Ötztaler Museen soll die(Kultur-)Geschichte der Region immer unter Bezugnahme auf gesellschafts-politische Fragen nach und nach in Kooperation mit der UniversitätInnsbruck beforscht und breit vermittelt werden.1tiMus, Verband Tiroler Museen: Museen sind relevant. Vision einerlebendigen Museumslandschaft Tirol. 2025, S. 13, https://www.timus.at/museen-sind-relevant/(Zugriff: 2.8.2025).