Klaus Schönberger,„Immer-noch-Sturm“-Trupps?43Das Kurator:innenteam des kärnten.museum integrierte diesesund weitere Kunstwerke des Kunstwettbewerbes in die AusstellungHinschaun! Poglejmo.KHD und FPÖ sprachen nach der Aufstellungdes zweintopf-Kunstwerkes von„Geschichtsfälschung“, behauptetenein„Plagiat“ und forderten eine juristische Prüfung.32Das zeigt, dasses hier nicht um eine Auseinandersetzung oder gar einen Diskurs geht,sondern um Verunglimpfung und Kriminalisierung(hier von Kunst).33Es ist aber die Geschichtserzählung des KAB-Gedenksteins selbst, dieauf Auslassungen und unkorrekten Aussagen beruht.34Die InitiativeDomplatzhingegen verweist auf die vielfältigen historischen Ereig-nisse, die mit dem Domplatz verbunden sind.35Der Vorwurf, die Ini-tiative wolle ‚die‘ Geschichte Kärntens umschreiben, ist nicht nur gro-tesk, sondern zugleich auch eine Projektion, die die geschichtspolitischeMaxime der letzten Jahrzehnte unfreiwillig offenlegt. Doch nicht dasUnsichtbarmachen bestimmter Ereignisse ist das Ziel der Initiative,sondern die Erweiterung eines bislang verengenden Blickwinkels. Diein der Inschrift genannten Vorkommnisse werden nicht geleugnet, viel-mehr behandeln die Publikationen der Initiative die Verhaftungen undTötungen durch die jugoslawische Volksbefreiungsarmee 1945 diffe -renziert, historisch kontextualisiert und eingeordnet.36Zur Konstruktion des Bildes der PartisanInnen in der(Deutsch-)KärntnerÖffentlichkeit. In: Florian Wenninger, Paul Dvořak, Katharina Kuffner(Hg.): Geschichte macht Herrschaft. Zur Politik mit dem Vergangenen(= Studien zur politischen Wirklichkeit, 19)Wien 2007, S. 259–274, hierS. 270, wonach die Verhafteten von der britischen Besatzungsmacht als„staunch National Socialists“, das bedeutet, als überzeugte Nazis, charak-terisiert wurden.32FPÖ Kärnten: SPÖ und ÖVP betreiben gezielte Geschichtsverfälschung,5.6.2025, https://www.fpoe-ktn.at/reader-news/spoe-und-oevp-betrei -ben-gezielte-geschichtsverfaelschung(Zugriff: 23.11.2025). Vgl. auch dasTitelbild der KHD-Zeitschrift mit der Abbildung des Kunstwerkes undder Überschrift„Der Stein des Anstoßes – Das Ringen um KärntensErinnerungskultur“, In: Der Kärntner – Mitteilungsblatt des KärntnerHeimatdienstes(124) 2025.33Insofern mutet es absurd an, wenn der Vorsitzende des Geschichtsvereins,Wilhelm Wadl, den Kritiker:innen des Gedenksteins„Diskursverweige-rung“ vorhält. Wadl(wie Anm. 17), S. 608.34Beispielsweise wurden keine Kinder verhaftet oder ermordet.35Vgl. Brigitte Entner: Ein Platz voller Geschichte(n) – oder vom verges-senden Erinnern. In: Danglmaier u. a.(wie Anm. 31), S. 21–44.36Vgl. Brigitte Entner:„Nicht in Stein gemeißelt.“ Über(politische)Instrumentalisierung von Erinnerung. In: Ebd., S. 90–104.
Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde128 (2025) / N.S. 792 (2025)Schönberger, Klaus: „Immer-noch-Sturm“-Trupps?
Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde128 (2025) / N.S. 792 (2025)Schönberger, Klaus: „Immer-noch-Sturm“-Trupps?
Aufsatz in einer Zeitschrift
„Immer-noch-Sturm“-Trupps? : eine Positionsbestimmung angesichts der geschichtspolitischen Angriffe auf das Erinnerungsjahr 2025 in Kärnten/Koroška
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