Aufsatz in einer Zeitschrift 
Die Arbeit an der Autonomie : ökonomische Praktiken der Direktvermarktung landwirtschaftlicher Familienbetriebe in Oberösterreich
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Thassilo HazodDie Arbeit an der Autonomie:Ökonomische Praktiken der Direkt-vermarktung landwirtschaftlicherFamilienbetriebe in OberösterreichDurch die Klimakrise und den Boom von Wertbegriffen wieNachhaltigkeit und Regionalität sind Landwirtschaft undLebensmittelversorgung stärker in den Fokus unseres Alltags gerückt.Was an neuen und etablierten Formen der Direktvermarktunglandwirtschaftlicher Produkte gleichermaßen auffällt, ist der häufigeBezug auf Familie bzw. den Familienbetrieb. Der Beitrag wirft einenBlick hinter dieses Label und untersucht Logiken der Wirtschafts-und Lebensform des bäuerlichen Familienbetriebs. Geleitet voneiner ökonomischen Perspektive spürt der Text den erweitertenHandlungsräumen nach, die Direktvermarktung mit sich bringt.Befragt werden Motivationen und Werthaltungen hinter dieserAusrichtung der Landwirtschaft sowie deren Auswirkungen wieentgrenzte Arbeit und plurale Ökonomie. Der analytische Fokus giltdem Verhältnis zwischen betrieblichen Erfordernissen und sozialenBeziehungen sowie Zusammenhängen von Ökonomien und Moral.PrologSarah Gschwandner1ist die Hoferbin eines mittelgroßen und für dieRegion typischen Vierkanthofes im Zentrum Oberösterreichs. Siebegann mit ihrem Mann Michael zwei Jahre nach Übernahme desBetriebs mit der Direktvermarktung. Davor hatte das Paar, beideum die 40, bereits zehn Jahre beim elterlichen Betrieb mitgehol-fen. Der Betrieb finanzierte sich bis dahin neben dem Verkauf von1Die Personennamen meiner Gesprächspartner:innen sind Pseudonyme.