Aufsatz in einer Zeitschrift 
Olaf Bockhorn: Volkskunde als Berufung : 19. Februar 1942 – 16. Oktober 2023
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Bernhard Fuchs, Olaf Bockhorn: Volkskunde als Berufung85Bezeichnung Institut für Europäische Ethnologie trägt) lehrte er von1971 bis 2016 und hielt dort über 180 Lehrveranstaltungen ab. Er warnoch weit über seine Pensionierung im Jahr 2003 hinaus als Lehrbe-auftragter an der Universität Wien, in zahlreichen wissenschaftlichenGremien, als Gutachter(um nur ausgewählte Beispiele zu nennen:für das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich derUNESCO, im Gremium für Museen und Sammlungen in Nieder-österreich, als Mitglied des Denkmalbeirats) und auch in Ausstel-lungs- und Forschungsprojekten aktiv(etwa einem interdisziplinärenFWF-ProjektHistorische Holzverwendung in Österreich) und führteseine Publikationstätigkeit bis 2018 fort. Zwischen 2001 und 2009sowie von 2016 bis 2019 wirkte Olaf ­Bockhorn als Vorsitzender desFachverbandes für Volkskunde(heute: Österreichische Gesellschaftfür Empirische Kulturwissenschaft und ­Volkskunde).Ein Leben für die VolkskundeOlaf Bockhorn wurde am 19. Februar 1942 in die Familie eines Leh-rerpaars in Wien geboren, der Vater starb vier Tage vor seiner Geburtals Wehrmachtssoldat im Krieg. Im Zuge der Kriegswirren verschluges Olaf Bockhorn mit seiner Mutter in die Kärntner und OsttirolerAlpen. Jahre später bereits als etablierter Wissenschaftler schuf ersich einen Zweitwohnsitz in der Gemeinde Virgen in Osttirol. DieseRegion wurde neben dem Mühlviertel und dem Burgenland auch zueinem seiner Forschungsfelder. Erste Begegnungen mit volkskund-licher Museologie tauchen in seinen Erinnerungen sehr früh auf:Als Volksschüler war ich häufig im Linzer Landesmuseum,um meine dort arbeitende Mutter abzuholen. Außer den Modellender alten Donauschiffe fand ich die im Souterrain ausgestellten unter-schiedlichen Palmbuschen besonders beeindruckend: meine Muttererklärte mir, daß diese zum Volkskundler im Hause, zu Dr. Lippgehörten.6Nach seiner Schulzeit in Linz begann Olaf Bockhorn 1960 ander Universität Wien zu studieren; zunächst Medizin, dann Germanis-tik und Anglistik(Lehramt). 1964 fand er schließlich zur Volkskunde,wo er mit gegensätzlichen und rivalisierenden Lehrenden wie Richard6Bockhorn(wie Anm. 4), S. 320 f.