Jahrgang 
127 (2024) / N.S. 78
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Berichte und Besprechungen315Positionierungen für kommende Auseinandersetzungen zur Polizeilohnend. Nicht etwa, um eineDiversifizierung der Polizei anzu -streben, sondern vielmehr, um die Institution als gesamtgesellschaft-lich wirkenden, sowohl unterwerfenden als auch subjektkonstitutivenMachtkomplex weiter zu verdeutlichen.Der Autorin gelingt in ihrer ethnografischen Studie im Chan -gieren zwischen theoretisch-analytischen und feldinternen Begriffeneine nuancierte Darstellung von Emotionen in ihrer Komplexität undVerwobenheit in Diskursen, Machtkonstellationen und Wissensord-nungen und abgerundet durch die zugängliche und gut lesbare Ana-lyse der beruflichen Alltagswelt der Akteur:innen und deren Bedeu -tungsgewebe eine wichtige, holistische und differenzierte Analyse deraffektiven Gewaltarbeit im Forschungsfeld Polizei.anna m. monsbergerUlinka Rublack: Die Geburt der Mode. Eine Kulturgeschichteder Renaissance. Klett-Cotta, Stuttgart 2022, 534 Seiten,156 Abbildungen.Die englische Originalausgabe dieser Monographie erschien 2010unter dem TitelDressing Up. Cultural Identity in Renaissance Europe.Mit dem Buch gelingt Ulinka Rublack, Professorin der Geschichteder Frühen Neuzeit an der University of Cambridge, was sie sich imProlog(S. 11–14) vornimmt, nämlichein neues Bild der Renaissancemit Blick auf die äußere Erscheinung der Menschen zu zeichnen(S. 11). Es soll dazu einladen,[] über ‚Äußerlichkeiten nachzu-denken und zu sehen, inwiefern dieses bisher vernachlässigte Themaeinen wichtigen Teil einer neuen kulturgeschichtlichen Perspektiveauf diese Zeit bilden muss.(S. 13).In sieben Kapiteln bringt die Autorin den Leser*innen anek-dotisch und unterhaltsam die Bedeutung von Kleidung näher. Ange-sichts der Fülle an gebotenen Informationen ist es sehr hilfreich, dassalle Kapitel in mindestens vier Subkapitel gegliedert sind und sechsvon sieben in je einem Resümee enden.