Jahrgang 
127 (2024) / N.S. 78
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Berichte und Besprechungen307das Bild eines einfachen, bäuerlichen Landlebens anschaulich vorAugen führen, wie es im Einleitungstext heißt. Auf diese erste Prä -sentation, die auch Stuben und einenSaal der Feste beinhaltete, wirdin der jetzigen Ausstellung verwiesen, und es wird deutlich, wie undwarum die Objekte damals ausgewählt und inszeniert wurden. Aucherfährt man auf einer Metaebene einiges über die museale volkskund-liche Ausstellungs-, Forschungs- und Sammlungspraxis.In der Ausstellung fallen die großen bzw. spektakulärenAusstellungsstücke wie etwa der Mauterndorfer Samson, die Pon-gauer Spiegelpercht, die anregend inszenierten(Perchten-)Maskenund nicht zuletzt die unterschiedlichen Trachtenfigurinen in der neuarrangierten, raumhohen Trachten- und Möbelvitrine ins Auge. Kon-trapunktisch steht dazu die Station der Wachswaren der Wachswa-renfabrik Gebrüder Weinkramer, die 1912 in die Sammlungen desdamaligen Museum Carolino Augusteum eingegangen sind. Diesekleinen, sehr feinen und in ihrer Gestaltung überraschenden Objekte(Kindersegen, Obst mit eingearbeiteten Figuren, Käse mit Krippe,Tiere,) regen ganz anders zum Hinschauen an, ihnen nähert mansich behutsamer als anderen Objekten.Die Objekte und Objektgruppen werden in sechs Abschnit-ten präsentiert und mit je einer dreigeteilten Text- und Informati -onsstation kontextualisiert. Zusätzlich zu diesen allgemeinen, kultur -historischen Einordnungen können sich die Besucher*innen anhandbereitgestellter Tafeln zu manchen Objekten in deren wechselhafte,detailreich recherchierte Objektbiographien vertiefen. Diese machenLesefreude, auch weil sie anhand kleiner Anekdoten oder Auffällig -keiten des Objekts selbst gute Geschichten anbieten, und zusätzlichseine Geschichte in den Sammlungen, die Museumsarbeit allgemein,das volkskundliche Forschen und Sammeln sowie weltanschaulicheImplikationen miterzählen. Ergänzend gibt es zu den Informationssta-tionen jeweils Medienstationen mit Interview- oder Filmausschnitten.Diese Ausstellung macht fach- und sammlungsgeschichtlichInteressierten ebenso wie einem breiten, nicht einschlägig vorinfor-mierten Publikum vielfältige Angebote, womit hier ein Besuch in dernächsten Saison empfohlen ist.magdalena puchberger