Jahrgang 
127 (2024) / N.S. 78
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292ÖZV, LXXVIII/127, 2024, Heft 2und Aufnahmeverfahren des Schützenwesens ins Bundesverzeichnis.Die Ablehnung des ersten Antragsentwurfs zog einen öffentlich aus -getragenen Streit zwischen Antragsteller:innen und UNESCO-Kom-mission sowie eine Formatierung der Brauchpraxis nach sich.Im folgenden Vortrag gingKatja Boser(Lehrstuhl für Euro-päische Ethnologie/Volkskunde, Augsburg) der Frage nach, wie sichgesellschaftliche Debatten um Geschlechtergerechtigkeit auf denSchäfflertanz in Dinkelscherben auswirken. Bei dem alle sieben Jahreaufgeführten Tanz sind Frauen von der Rolle der Hauptakteure aus-geschlossen. Die aus einem Interview zitierte AussageIch glaubenicht, dass wir tanzende SchäfflerINNEN einmal haben werdenoffenbart das in ihrer Feldforschung zutage tretende statische, män -nerdominierte Traditionsverständnis.Wie können Trägergruppen im Umgang mit heiklem Erbeund politischen Unterwanderungen unterstützt werden? In der abend-lichen Podiumsdiskussion bezogen dazu Stimmen aus der Praxis Stel -lung.Daniela Sandner(Bayerischer Landesverein für Heimatpflege,München) sprach sich gegen die zuweilen geforderte Abkehr vom oftmissbrauchten Heimatbegriff aus. In Ermangelung adäquater Alter -nativen sei es ihr ein Anliegen, die Deutungshoheit darüber nicht demrechten Spektrum zu überlassen. Der PublizistNorbert Göttler(Mün-chen) brachte das Konzept derHeimaten ein, um ein pluralistisches,inklusives Verständnis starkzumachen. Als langjähriger Bezirkshei-matpfleger Oberbayerns beobachte er mit Sorge, wie antisemitischeBräuche wie das Judasfeuer aktuell wieder aufleben würden. Diesveranlasste die Vorsitzende des Bunds Heimat und Umwelt AnnetteSchneider-Reinhardt zur Überlegung, ob aktuelle Beratungsangeboteausreichend seien. Durch frühere Ethnographien in der DDR konnteJuliane Stückrad(Volkskundliche Beratungs- und Dokumentations-stelle für Thüringen, Eisenach) das Gefühl desAbgehängt-Seins inden neuen Bundesländern situieren. Zugleich sprach sie sich gegeneine vereinseitigende Defizitperspektive in der Dichotomie Ost/Westaus. Bei einem Sektempfang im Zentrum Welterbe Bamberg hattendie Teilnehmenden die Möglichkeit, die Impulse des ersten Tageszu vertiefen und die studentische PosterausstellungEverything flows:Wasser und immaterielles Kulturerbezu betrachten.Am zweiten Tag weitete sich der Rahmen auf den europäi-schen Raum, die Tagungssprache wechselte ins Englische.Ullrich