Jahrgang 
127 (2024) / N.S. 78
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Berichte und Besprechungen169akademischen und bürgerwissenschaftlichen Communities zusam-menzuführen(S. 9). Diese angestrebte Internationalität schlägt sichhauptsächlich in den ThemenfeldernMotive,PraktikenundRessourcennieder. Im AbschnittForumsind ‚nur Beiträge aus Deutschland undder Schweiz zu finden, was in der Einleitung immerhin angesprochenwird(S. 9).Ein Blick auf die Autor*innenbiografien ergibt außerdem,dass lediglich der letzte Text von einem sogenannten Bürgerforscherallein geschrieben wurde. Die knappen biografischen Angaben sindzudem nicht sonderlich informativ. Allgemein war das Lesen in derbroschierten Publikation auf Grund von grafischen Entscheidungenwie Schriftgröße, Zeilenabstand und Seitenränder eher mühsam. DieSeiten wirken überladen. Der Band ist auch als Onlinepublikationerschienen– dort können die Seiten individuell vergrößert werden.Dem Buch gelingt es zu verdeutlichen, dass es sich bei Genea-logie nicht ausschließlich um ein Instrument privat betriebener Fami-lienforschung, sondern um ein Werkzeug von verschiedenen Wis-senschaftszweigen(wie z. B. Geschichtswissenschaft, Soziologie,Anthropologie, Ethnologie und Demografie) oder interdisziplinärenForschungen(z.B. Migrationsforschung) handelt.Fazit ist, es stellt für all jene eine rentable Lektüre dar, dieGenealogie ernst nehmen, weil sie entweder selbst genealogisch,demografisch arbeiten und Beziehungsgeflechte erforschen und dar-stellen wollen oder sich einfach für diese Forschungen interessieren egal ob beruflich oder privat.maria raidJessica Richter: Die Produktion besonderer Arbeitskräfte.­Auseinandersetzungen um den häuslichen Dienst inÖsterreich(1880–1938). De Gruyter: Oldenburg 2024, 515 S.Genaues Hinsehen, relationales Denken und ein kritisches Fein-gefühl für Quellen. Mit diesen Schlagworten kann Jessica RichtersDissertation beschrieben werden, in der sie sich mitbesonderen