Jahrgang 
127 (2024) / N.S. 78
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Berichte und Besprechungen165Über die gesamte Studie hinweg gelingt es der Autorin gleich-zeitig theoretisch anspruchsvoll und nahe an den historischen Quellenzu argumentieren. Der Leseeindruck ist daher von einer erfrischen-den Leichtigkeit bei gleichzeitiger theoretisch-analytischer Präzisiongeprägt. Ahner schreibt überaus klar und verständlich, so dass sichdie Ausführungen zu theoretischen Begrifflichkeiten stets wie kleineEinführungswerke lesen. Der Schreib- und Argumentationsstil ist eingroßer Verdienst der Autorin, er führt in keiner Weise dazu, dass ihrewissenschaftliche Interpretation an Komplexität einbüßt. Insgesamthat Ahner eine hervorragende Dissertation vorgelegt, in der sie dasWundern als moderne Technikemotion detail- und facettenreich aus-leuchtet und theoretisiert.hannah kanzGeorg Fertig, Sandro Guzzi-Heeb(Hg.): Genealogien. Zwischenpopulären Praktiken und akademischer Forschung(= Jahrbuch fürGeschichte des ländlichen Raums/Rural History Yearbook, 2021).Studienverlag: Innsbruck, Wien 2022, 314 S., 41 Abb. und 12 Tab.Laut Klappentext geht dieser Band drei Aspekten nach. Zum einensoll dargelegt werden, welche wissenschaftlichen, privaten, poli-tischen oder anderen Motive der Erforschung von Genealogienzugrunde liegen. Ein weiterer Fokus liegt darauf, aufzuzeigen, wieversucht wurde/wird die Genealogie als Beitrag zur Wissenschaft zuetablieren. Außerdem soll beleuchtet werden, welches Potenzial diegenealogischen Wissensbestände für Geschichtswissenschaft, Demo-grafie und Anthropologie haben.Die Einleitung(S. 11–30), verfasst von den HerausgebernGeorg Fertig(Institut für Geschichte, Martin-Luther-UniversitätHalle-Wittenberg) und Sandro Guzzi-Heeb(Institut für Geschichte,Universität Lausanne), gibt einen Überblick über die Entwicklungs-geschichte der Genealogie und ihrer Kontexte, wobei erläutert wird,dass damit zu verschiedenen Zeiten, verschiedene Ziele verfolgt wur-den. Außerdem wurden[i]n verschiedenen Ländern[] Fragen der