148ÖZV, LXXVIII/127, 2024, Heft 1Wien im Postkartenformat – Nachlese zur AusstellungGroßstadt im Kleinformat. Die Wiener Ansichtskarte,4. Mai bis 24. September 2023 im Wien Museum MUSAGroßstadt im Kleinformat– unter diesem Titel war von Mai bis Sep-tember 2023 im Wien Museum MUSA eine Postkartenausstellungzu sehen, in der die neuere Stadtgeschichte Wiens im Spiegel derAnsichtskarte nachgezeichnet und zugleich Genese, Entwicklungsowie Metamorphosen von Wienmotiven in diesem Medium von denAnfängen im 19. Jahrhundert bis in die Jetztzeit aufgezeigt wurden.1Der nachfolgenden Rückschau ist vorauszuschicken, dassPostkarten in Ausstellungen generell, zumal wenn sie als hauptsäch-liches Anschauungsmaterial verwendet werden, die Gestalter*innenregelmäßig vor die schwierige Aufgabe stellen, diese kleinformatigstandardisierten Bildmedien so zu präsentieren, dass die Aufmerk-samkeit der Ausstellungsbesucher*innen für diese gleich- und klein-formatige ‚Flachware‘ nicht vorschnell erlahmt, sondern dauerhaftstimuliert und wach gehalten wird. Wer Postkartenausstellungen– welchen zeitlichen und thematischen Zuschnitts auch immer –schon einmal besucht hat, wird vermutlich bestätigen können, dassdieses Ziel bislang in vielen Fällen nicht oder häufig genug nur höchst1Siehe dazu https://www.wienmuseum.at/grossstadt_im_kleinformat_die_wiener_ansichtskarte(Zugriff: 26.11.2023). Konzipiert wurde dieseAusstellung von Sándor Békési vom Wien Museum, einem internationalanerkannten Fachmann auf dem Gebiet historischer, vornehmlich topo-grafischer Postkarten. Siehe dazu stellvertretend zwei maßgebliche Auf-sätze von Sándor Békési: Die topografische Ansichtskarte. Zu Geschichteund Theorie eines Massenmediums. In: Relation 18, 2004, S. 403–426,https://www.austriaca.at/0xc1aa5576%200x003262da.pdf(Zugriff:26.11.2023); ders.: Zwischen Abbild und Sinnbild. Die Eigenart derAnsichtskarte. In: Magazin Wien Museum, 4.10.2023, https://magazin.wienmuseum.at/die-eigenart-der-ansichtskarte(Zugriff: 10.11.2023). Andieser Stelle möchte ich mich sehr herzlich bei Sándor Békési bedanken,der mir freundlicher Weise Kopien sämtlicher Begleittexte sowie weiteresInformationsmaterial zu dieser Ausstellung zur Verfügung gestellt undauch bei der Auswahl der hier veröffentlichten Abbildungen geholfen hat.Ihm und dem Wiener Postkartensammler Walter Lukan verdanke ichaußerdem wertvolle Hinweise und Anregungen für die Abfassung dieserRetrospektive.