Berichte und Besprechungen141in den präsentierten Schmalfilm-Ausschnitten. Die Diskussionen, fürdie die Organisator:innen erfreulich großzügig Zeit eingeplant hatten,landeten öfters bei der Frage„Wer wird Agrarhistoriker:in?“ – unddamit bei der mehr oder weniger„(r)urbanen“ Sozialisation derruralhistorians, einem in deren Kreis(anders als in der Wissenschaftsge-schichtsschreibung der Volkskunde) offenbar noch wenig beleuchte-ten Thema. Aber vielleicht war auch dies, wie manches andere, einVorgeschmack auf künftige Forschungen – auf„Land und morgen“.Dass das IGLR auch künftig seine Aufgabe nicht darin sehen wird,durch Vermessungen des„Ländlichen“ die niederösterreichische„Landesidentität“ im kulturpolitisch gewollten Sinn mitzuproduzie-ren(das zu tun unterstellte ihm das erwähnte Grußwort), darf mangetrost erwarten. Und das obwohl das Landhaus mit dem St. Leo-poldsaal im St. Pöltener Regierungsbezirk ein Veranstaltungsort miteiner doch recht offiziösen Atmosphäre war. Beim vielfältigen Buffet,das von Personal in einer Art Landestracht betreut wurde, habe ichübrigens das Sojaschnitzel vermisst.reinhard bodnerBericht zur Veranstaltung Volkskundliche Sammlungenim Spannungsfeld historischer Identitätsbildungsprozesseund Zukunftssicherung, Volkskundemuseum Graz,5. und 6. Februar 2024Am 5. und 6. Februar kam eine Gruppe geladener Gäste aus unter-schiedlichen Institutionen zusammen, deren gemeinsamer Nenner dasLabel Volkskunde ist – als Name, als Teil der Institutionsgeschichteoder als Zuschreibung aufgrund inhaltlicher Zusammenhänge. DieFragen, denen sich die Teilnehmenden widmen wollten, beschäftig-ten sich mit volkskundlichen Institutionen, mit ihrer Sammlungsge-schichte, ihrer Stellung in der Gesellschaft und ihrer Bedeutung fürIdentität, Gedächtnis und Zukunft.Einleitende Worte zur Notwendigkeit einer klaren Posi-tionierung volkskundlicher Institutionen in(gesellschafts-)politisch