Jahrgang 
127 (2024) / N.S. 78
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106ÖZV, LXXVIII/127, 2024, Heft 1digital des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichenDienst und Sport(BMKOES) in der Höhe von 299.626,– Euro,können wir große Teile unserer Bestände digitalisieren und damitdie Grundlage für die Online Sammlung⁺ legen. Mit dieser neuendigitalen Plattform steht ab September 2024 ein auf Forschung, Ver-mittlung und Partizipation ausgerichtetes Recherche-Tool bereit. DieOnline Sammlung⁺ vereint sowohl digitalisierte Bibliotheks- undSammlungsbestände als auch Archivmaterial unter einem Dach. Siebietet interaktive Partizipationsmöglichkeiten(z. B. ein Transkrip-tionstool) und etwa 18.000 Datensätzen für eine vielfältige Nutzungund Möglichkeiten des Andockens an neue Ideen und Formate.Neben all diesen Tätigkeiten haben wir für 2024 ein umfas-sendes Abschlussprogramm unter dem Titelbefore it gets better…ent-wickelt, das auf den Vorarbeiten der letzten Jahre sowie den aufge-bauten Kooperationen und Netzwerken basiert.Die große thematische Bandbreite des Programms 2023spiegelte die unterschiedlichen Herangehens- und Arbeitsweisen desHauses wie auch der dahinterstehenden Disziplinen wider. Zwei Son-derausstellungen liefen über den Jahreswechsel: In Kooperation mitdem Photoinstitut Bonartes zeigten wirÖlrausch und Huzulenkult,eine Ausstellung zu historischen Fotografien aus Galizien und derBukowina im Spannungsfeld zwischen Industrialisierung und ver-meintlicher Ursprünglichkeit. Um transmediales Geschichtenerzäh-len ging es in der SchauStoryTelling:Europe! Brunnenmarkt reVisi-ted, die auf einem Projekt der Wiener Brunnenpassage beruhte undPerspektiven auf ein zukünftiges, solidarisches, vielfältiges Europavom 16. in den 8. Wiener Gemeindebezirk brachte. Von April bisNovember zeigten wir die letzte große Sonderausstellung mit Objek-ten des Hauses:Gesammelt um jeden Preis! Warum Objekte durch denNationalsozialismus ins Museum kamen und wie wir damit umgehen.Hier stellte sich das Museum der Geschichte seiner Sammlungen undproblematischer Erwerbungen. Anhand der eigenen Sammlungsbe-stände und Erwerbsfälle erläuterte die Ausstellung das Entstehen desKunstrückgabegesetzes und der systematischen Provenienzforschungin Österreich. Die intensive Arbeit an der Provenienzforschung, dieseit 2015 am Volkskundemuseum verankert ist, hat den Umgang derMitarbeiter:innen mit den Sammlungen und die Sensibilisierung fürHerkunftsgeschichten von Objekten stark beeinflusst und verändert.