Jahrgang 
79 (1976) / N.S. 30
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Töpfers( Konrad Ruppert, Marjoẞ)" beigesteuert, ein durchaus aufschlußreichesGespräch, auch durch gute Photos untermalt. Den Hauptteil des Kataloges bildetder schöne Bildteil, aber mit Interesse wird man auch die gesammelten Töpfer-sprüche" zu Kenntnis nehmen.

Fast gleichzeitig ist der III. Teil der musealen Darstellung, Bauernkulturin Mecklenburg", im Historischen Museum Schwerin erschienen. Die beidenersten Bände waren dem Arbeitsgerät und dem Mobiliar gewidmet. Hier nunhat Ralf Wendt die ganze stattliche Sammlung an alter Hafnerware seinesMuseums vorgestellt mit einem reichen guten Bildteil, der nicht nur Schüsselnund Teller, Henkeltöpfe und Paartöpfe zeigt, sondern auch Kerzenständer, Bügel-eisenuntersätze, Puddingformen, Petersilientöpfe und Krüge und Kannen der ver-schiedensten Formen. Auch Feiertagsziegel und verwandte Ziegler- und Hafner-arbeiten vervollständigen den Bestand. Darüber hat es in Mecklenburg bishernur sehr wenig Literatur gegeben; bei den mittelalterlichen Stücken handelt essich ja auch um Ausgrabungen erst der letzten Jahre. Die ausführliche Katalog-leistung ist daher sehr zu begrüßen.Leopold Schmidt

Günther Franz, Geschichte des deutschen Bauerstandes vomfrühen Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Zweiteergänzte und erweiterte Auflage(= Deutsche Agrargeschichte, Bd. IV).301 Seiten mit 22 Abb. und 16 Bildtafeln. Stuttgart 1976, Verlag EugenUlmer. DM 88,-.

Auf diese Deutsche Agrargeschichte" war in unseren Besprechungen mehr-fach hinzuweisen, auch auf den verdienstvollen, sehr lesbaren Band von GüntherFranz, der die Bauerngeschichte von der Volksgeschichte her sieht und darstellt.Das in jeder Hinsicht orientierende Buch liegt bereits in zweiter Auflage vor,worauf also besonders hingewiesen werden muß. Es ist nur knapp zur Gegen-wart her ergänzt, in den Literaturangaben vielfach erweitert.

Die bereits abgeschlossen scheinende Deutsche Agrargeschichte" sollübrigens nunmehr noch durch einen VI. Band erweitert werden, eine, Geschichtedes Gartenbaues in Deutschland", was man durchaus begrüßen wird. Obwohl esja einige, und zwar gute gartenbaugeschichtliche Werke gibt, ist das Gebiet indiesem Zusammenhang der Agrargeschichte noch nicht erfaßt worden, so daßdie Ergänzung gerechtfertigt erscheint.Leopold Schmidt

Luis Carlen, Naters

Blatten

Belalp(= Schweizer Heimat-bücher, Bd. 168). Bern 1973, Verlag Paul Haupt. 56 Seiten, davon 25 bis56 Abb.

Heimatbücher geraten nicht selten etwas engherzig und engstirnig. Anderssteht's, wenn ein Autor, der seine Heimat wohl sehr genau kennt, darüber hin-aus aber ein Gelehrter von weitgespannten Interessen ist, so ein kleines Heimat-buch gestaltet. Der volkskundlich so vielfach interessierte Rechtshistoriker LouisCarlen kennt und liebt seine Heimat, das Oberwallis, und für kleine Mono-graphien wie die vorliegende weiß er viel aufzubieten.

Die Einleitung des Bildbandes erläutert die Landschaft an der oberenRhone, die hier Rotten heißt: Der große Wiener Altgermanist Rudolf Much warimmer der Meinung, daß man im Deutschen eigentlich zur Rhone ,, der Rotten"sagen müsse, da dieser deutsche Name ja tatsächlich vorhanden sei. Hier ist dasganz ohne Prätention als landschaftliche Selbstverständlichkeit festgehalten. Amoberen Rotten also liegt Naters, dessen Wappen einen geflügelten zweifüßigenDrachen aufweist, der vielleicht mit der Natter" gemeint sein mag. Dann wirdder Einfluß des nahen St. Moritzen besprochen, das Verhältnis zu den Herren"und ihren Burgen, von denen sich einige Türme erhalten haben. Eine kurze

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