wird. Was sich für etwa ein Viertelhundert Orte hat erheben lassen, ist hier nungeschickt zusammengefügt. Von hier aus ist der Einstieg in die Gegenwartsauf-nahme naheliegend. Die Verfasser haben in 28 Orten ebensoviele Maskenkleid-maler ausfindig gemacht, und diese namentlich und mit ihrem Werk, soweit essich eben feststellen läßt, erhoben. Von Bonndorf im Westen bis Bad Waldseeim Osten ist dieser ganze schwäbisch- alemannische Bereich durchbezeugt, mitbesonderer Berücksichtigung von Rottweil und von Villingen, den Hauptortendieses neueren Fastnachtsmaskenwesens. Das sind quellenmäßige Ermittlungen,vielfach auf den Aussagen und den schriftlichen Angaben der Maler und ihrerNarrenzünfte beruhend.
Dieses beträchtliche Material ist auch beachtlich reich im Bilde festgehal-ten. Ältere und neuere Stücke und einige wenige aber bemerkenswerte künst-lerische Darstellungen der Aufzüge dieser Weißnarren, beispielsweise des„ Nar-rensprüngle" von Rottweil durch Otto Wolf( Abb. 35), stellen zusammen einenSchatz an Bildbelegen dar, wie er für dieses Gebiet noch nicht existiert. Einauch seiner gediegenen Bildausstattung wegen reiches, wichtiges Buch also, dasim Bereich der deutschen Maskenforschung einen Fortschritt bedeutet.Leopold Schmidt
Tagungsbericht 1974 des Verbandes europäischer Freilichtmuseen. Stübing beiGraz. Report of the Conference(= Führer und Schriften des RheinischenFreilichtmuseums und Landesmuseums für Volkskunde in Kommern,Nr. 8). 132 Seiten. Köln 1976, Rheinland- Verlag GmbH, in Kommissionbei Rudolf Habelt- Verlag GmbH Bonn.
Die vom Verband europäischer Freilichtmuseen 1974 in Stübing bei Grazorganisierte Tagung hat hier ihren Bericht veröffentlicht, der in mehrfacher Hin-sicht von Interesse ist. Das Österreichische Freilichtmuseum in Stübing unterder Leitung von Viktor H. Pöttler ist dadurch allen Freilichtmuseums- Fach-leuten aufs schönste präsentiert worden, Pöttlers Arbeit hat volle Anerkennunggefunden. Der Tagungsbericht zeigt, daß durch Exkursionen nach Kärnten wieins Salzkammergut auch eine Reihe anderer österreichischer Freilichtmuseenfachgerecht gezeigt werden konnte.
Das Generalthema der Tagung„ Edukative Aufgaben und Möglichkeitender Freilichtmuseen" war interessant, und von den 30 Referenten der Tagunghaben auch viele kenntnisreich dazu gesprochen. Von großer Eindringlichkeitdas Referat des Dänen Peter Michelsen, der Erfahrung und Skepsis aufdiesem Gebiet der„ Erzieherischen Möglichkeiten der Freilichtmuseen" gut zuvereinigen wußte. Claus Ahrens berichtet über„ Gespräche mit Schülern imFreilichtmuseum am Kiekeberg bei Hamburg", Arne Björnstad über„ Infor-mation und Unterricht auf Skansen". Im Osten versucht man die Probleme viel-fach anders anzugehen. So berichtet Tamás Hoffmann„ Zur edukativenThematik in den ungarischen Freilichtmuseen" und Cornel Irimie undM. Necula wußten über„ Besondere Möglichkeiten und Richtlinien für dieÖffentlichkeitsarbeit im Museum der bäuerlichen Technik in Sibiu( Hermann-stadt)" zu berichten. Mark Laenen wußte„ Über einige Aspekte der eduka-tiven Arbeit im Flämischen Freilichtmuseum Bokrijk" Wichtiges auszusagen.Über die weniger bekannten Museen in Großbritannien und Irland sprachenM. G. L. Thomas( Avoncroft Museum) und G. B. Thompson( UlsterFolk Museum).
Es folgten Kurzreferate über den Stand der Aufbauarbeiten mehrerer neuerFreilichtmuseen. Da berichtete also Kurt Conrad über das Salzburger Frei-lichtmuseum, Franz Lipp über die Freilichtmuseen in Oberösterreich, JosefSchepers über den Stand des Aufbaues im Westfälischen Freilichtmuseumbäuerlicher Kulturdenkmale in Detmold und O. Schuberth über das Frei-
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