Bauernland Oberösterreich. Entwicklungsgeschichte seiner Land-und Forstwirtschaft. Herausgegeben von der Landwirtschaftskam-mer für Oberösterreich unter der Leitung von Alfred Hoffmann.Redaktion: Viktor Stampfl und Ernst Bruckmüller. Linz 1974( Kommissionsverlag Rudolf Trauner). 783 Seiten mit zahlreichen Abbil-
dungen.
Wie vor einigen Jahren die Steiermark und dann Kärnten, so hat hier nunauch Oberösterreich eine umfangreiche, gediegene Darstellung seiner Land- undForstwirtschaft bekommen. Der Hauptstandpunkt ist jener der Wirtschafts-geschichte, wie sie von Alfred Hoffmann erfolgreich vertreten wird, und Hoff-mann hat selbst eine Reihe von wichtigen Kapiteln des Buches verfaßt. SeinAssistent Ernst Bruckmüller ist gleichfalls mit schönen Beiträgen ver-treten.
Der Band beginnt mit der Darstellung des Verhältnisses von Bauern undGrundherren in der vorindustriellen Landwirtschaft. Es folgt der Haupt-abschnitt Agrarpolitik im Wandel der politischen und wirtschaftlichen Ver-hältnisse", der direkt in die Gegenwart hereinführt. Dann folgt gewissermaßeneine Retardierung mit dem Abschnitt„ Grundlagen der land- und forstwirt-schaftlichen Produktion", und darauf folgend„ Die land- und forstwirtschaft-liche Produktion", vom Hackfruchtbau bis zur Jagd. Es schließt„ Vermarktungund landwirtschaftliches Genossenschaftswesen" an, wobei den alten Märktendes Landes besonderes Augenmerk geschenkt wird. Hier schließt der nächsteHauptabschnitt an, der volkskundlich von besonderer Bedeutung ist, nämlich,, Der Bauernhof Arbeitswelt und Lebensformen". Den Abschluß bilden dieKapitel über die„ Organisation der Standesvertretung" und„ Förderung undFortbildung".
Im Abschnitt über den Bauernhof finden sich zunächst die bäuerlichenNebenerwerbe( wie Mühlen) behandelt, dann das„ Gesindewesen", von demman fast nur mehr in der Vergangenheit sprechen kann. Es folgen„ ,, Wohnkulturund Eẞgewohnheiten, Tänze und Spiele", eine eher knappe Zusammenfassung.Dafür finden sich die„ Alte Geräte und Arbeitsmethoden" ausführlich behan-delt. Während ,, Wohnkultur und Eßgewohnheiten" von Rudolf Möstl stam-men, wurde für die alten Arbeitsgeräte Olaf Bockhorn herangezogen,wodurch eine auf dem Stand der Geräteforschung stehende Abhandlung gebotenwerden konnte. Die gediegene Arbeit sollte allgemeinere Beachtung finden. Vonweiteren Beiträgen einschlägiger Art sei wenigstens noch das Kapitel„ TypischeHöfe in verschiedenen Regionen" von dem inzwischen verstorbenen PaulWuinović erwähnt, das auch die Wandlungen der bäuerlichen Bauten in derGegenwart berücksichtigt.Leopold Schmidt
Reinhold Pilz, Mit dem Auto wandern. Steiermark und Bur-genland. 255 Seiten, mehrere Abb. im Text. München 1976, Süddeut-scher Verlag.
Ein nettes Büchlein, gut erzählt, voll offensichtlicher Liebe zu den geschil-derten Landschaften. Graz wird besonders betont, seine Schönheit und Eigenartmit Recht gepriesen. Die Museen sind nicht ausführlich behandelt, man mußzufrieden sein, daß sie überhaupt genannt und mit dem einen oder anderenDurchblick geschildert werden. Das gilt auch für das Burgenland, dessen Frei-lichtmuseum in Bad Tatzmannsdorf ebenso kurz wegkommt wie die Freilicht-und Volkskunde- Museen in der Steiermark.
Nicht ganz begreiflich erscheint, daß in dem Band die Obersteiermark, vorallem das Ennstal, einfach fehlt. Von Admont über Frauenberg bis Trautenfels
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