sondern werden jetzt unter der polnischen Verwaltung durchaus gepflegt undvermehrt. Das wird auch anhand von guten Bildern gezeigt, und damit ein bisherso gut wie unbeachtetes volkskundliches Freilichtmuseum, einstmals das erstein Deutschland überhaupt, wieder in Erinnerung gerufen. Man hat aus derartigenBeiträgen wieder den Eindruck, daß sich dieses Jahrbuch nach wie vor aufeinem guten Weg befindet.Leopold Schmidt
Siebenbürgisch- Sächsisches Wörterbuch. In Verbindung mit der DeutschenAkademie der Wissenschaften zu Berlin, herausgegeben von der Akademieder Sozialistischen Republik Rumänien. Bd. 5(„ K") III und 420 Seiten.Berlin 1975, Verlag Walter de Gruyter. DM 160,-.
aus
Dieses große, offenbar ganz vorzüglich vorbereitete, Mundartwörterbuchist nun schon beim 5. Band angelangt. Die wissenschaftliche Leitung liegt beiBernhard Capesius und Mihai Is basescu, die Verfasser der Artikeldieses Bandes sind Roswitha Braun Santa, Sigrid Halden wang,Gisela Richter und Anneliese Thudt. An auswärtigen Mitarbeiternwerden Ilse Fels, Hedwig Rusdea- Weindel und Hans Wiesen-mayer angeführt. Der Band behandelt alle Stichwörter des Buchstabens„, K”,und es ist geradezu ein Vergnügen nachzulesen, was da wieder an Angabender Sachkultur, aus dem Bereich der mündlichen Überlieferung, derRedensart usw. verarbeitet wurde. Man kann sich davon etwa bei Kaff( Spreu),Käffer( Dachsparren), Kaimeß( Kindelmeẞ), Kammer, Kandl( Kännchen), Kan-tor, Kappe, Karbatsche, Karre, Käste( Kastanie), Kasten, Katze, Kaule( Grube),Kegel, Kehrrute, Keid( Korn), Keller, Kelter, Kerbe, Kerbel, Kerl überzeugen.Bei einer nicht allzugroßen Zahl von Wörtern wird der Lehnwortcharakterfestgestellt, manchmal aus dem Ungarischen, manchmal auch aus dem Rumä-nischen. Bei manchen deutschen Spezialausdrücken, wie beispielsweise Knöpfelwird auch ,, aus dem Österreichischen" festgehalten. Die Vielfalt der Beziehungentun sich beispielsweise bei den Speisebezeichnungen auf, etwa bei Knödel.
Das Werk entwickelt sich immer mehr zu einem großartigen Nach-schlagewerk, das in die Sprach- und Kulturwelt der Deutschen im Südostenhineinleuchtet wie kaum zuvor ein anderes. Die Vielzahl der ausgewertetenQuellen macht es zu einem profunden Nachschlagewerk.
Leopold Schmidt
Ante Lešaja( Hrsg.), Moreška. Korculanska viteška igra izdano povodom30. godišnjice obnove 1944-1974.( Moreška. Das Korčulaner ritter-liche Schwertfechter- Spiel, hrsg. anläßlich der 30- Jahr- Feier seiner Erneue-rung 1944-1974). Korčula 1974. Brosch. 221 Seiten, zahlreiche Doku-mentaraufnahmen, künstlerischer Buchschmuck, Musiknoten und Tanz-schrittbeispiele im Text.
Das Schwertfechterspiel der„ Moreška" auf der dalmatinischen InselKorčula( ital. Curzola) ist heute ein nationales Symbol Dalmatiens und derkroatischen Inselwelt. Es hat viele, in letzter Zeit zumal auch wissenschaftlicheDarstellungen gefunden. So durch Ivan Ivančan, Narodni običaji korču-lanskih kumpanikja= Die Bräuche der Korčulaner Kumpanijen. Zagreb 1967;vgl. dazu ÖZV XX/ 1, 1968, S. 59-62. Man ist sich auch in dieser neuesten,bibliophil ausgestatteten Repräsentativ- Ausgabe der europaweiten Verbreitungund der zeitlichen Tiefe der Spieltradition voll bewußt, wenn hier die moreškaals das Schwerttanzspiel in seiner Gesamtheit, zumal seiner kultur- undkroatisch- nationalgeschichtlichen Bedeutung vorgeführt wird; in jener Form,wie es die durch Jahrhunderte bestehenden männerbündisch organisierten„ kumpanije" getragen hatten und wie es 1944 mitten im Befreiungskampfe
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