Jahrgang 
79 (1976) / N.S. 30
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Die Bergmannskrippen von Schmiedeberg im Riesengebirge", mit Bildern,welche die dreistufigen Baumleuchter- Krippen zeigen. Oder Eugen von Bono-mi, der 1974 von Meinen Gewährsleuten im Ofner Bergland in Ungarn"erzählt, 1975 wieder über Volksärzte und Zaubersprüche- Aus der deutschenVolksmedizin des Ofner Berglandes in Ungarn" berichtet. Frau Hertha Wolf-Beranek konnte 1974 über Die Erzeugung von Quark und Hauskäse inden Sudetenländern samt den dazugehörigen Gerätschaften" genaue, vonZeichnungen und Kartenskizzen unterstützte Mitteilungen machen, 1975 gibtsie einen allgemeinen Arbeitsbericht über ihr Archiv" für sudetendeutscheVolkskunde in Gießen- Oberhof". Von anderen Sammlern und Forschern, dieschon viel früher auf diesen Gebieten tätig waren, sei Rudolf Hartmannerwähnt, der über Pfingstbräuche in der Schwäbischen Türkei" erzählt, wieer sie vor 1930 aufgezeichnet hat.

Zu solchen Beiträgen kommen die von Fachleuten, die meist eine oderanderthalb Generationen jünger als die Genannten sind, und sich zum Teilmit ganz speziellen Fragestellungen beschäftigen. Georg R. Schroubekbeispielsweise hat den Erinnerungsbericht als volkskundliche Quelle und alsArt der Volksprosa" gefunden und behandelt ihn sehr eindrucksvoll. HannjostLixfeld bewährt sich als Kommentator in der Volkserzählforschung. Hierlegt er Ostdeutsche Schildbürgergeschichten" vor und knüpft daran ,, Betrach-tungen zu Form und Funktion einer Schwankgattung". Der sehr bedeutendeMärchenaufzeichner Alfred Cammann steuert 1975 eine neunzig Seitenstarke Monographie über Eine deutsche Märchenerzählerin aus der Ukrainebei, die heute in Delmenhorst lebt. Cammann hat von der intelligenten Fraueine große Zahl von Märchen und anderen Volkserzählungen in Mundartaufgeschrieben und veröffentlicht. Der Spezialist für VolksnahrungsforschungUlrich Tolksdorf beschäftigt sich 1974 mit den Würsten und derenStellung im ost- und westpreußischen Mahlzeiten- und Speisensystem", mitKartenskizzen über die Verbreitung von Kartoffel-, Brot- und Blutwürsten inOstpreußen.

Und so manche Einzelläufer unter den Aufsätzen zeigen, nach welchenRichtungen auch noch ausgegriffen werden kann. So behandelt Helga Thielbeispielsweise Südmährisches Liedleben in Wien nach den Aufzeichnungenvon Alexander Fleischer", wobei das Wirken dieses fleißigen WienerSammlers auch entsprechend zur Geltung kommt. Die Miszelle von HerbertSchwedt Ist eine Volkskunde der Heimatvertriebenen überflüssig gewor-den?" rechtfertigt leider nicht ihren provokanten Titel. Schwedt schreibt aufden paar Seiten von allem möglichen, vom Infragestellen des Fraglosen", von,, sozialer Situation" und subjektiven Bestimmungsmerkmalen", von partei-politischen Größen" und totalem Wandlungsprozeß", von Wohnqualität" und Kickplätzen als Symbolen guten Willens" usw. usw.- wie man eben im Spiegel" oder sonstwo über derartige Dinge schreiben würde, wenn man vomThema selbst entweder nichts versteht oder zu ihm nichts zu sagen weiß.Schwedt hätte sich die Sachbeiträge in den vorhergehenden 17 Jahrgängengenauer lesen sollen, bevor er sich mit einer Frage beschäftigte, die man sehrwohl überlegen kann: Aber eben doch nur aus der Volkskunde heraus, nichtaus verschmockten Mitteilungen über das Wohnen im Märkischen Viertel"in Berlin oder ähnlichem.

Zum Schluß noch ein Hinweis auf zwei Beiträge des Herausgebers. ErhardRiemann hat 1974 einen ausführlichen Nachruf auf die siebenbürgen-sächsische Trachtenforscherin Luise Treiber- Netoliczka gebracht, undgibt 1975 einen sehr aufschlußreichen Überblick über die Geschichte des Ost-preußischen Heimatmuseums, das jetzige Freilichtmuseum in Hohenstein/Osztynek". Die Bestände dieses Museums sind nicht nur erhalten geblieben,

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