Jahrgang 
79 (1976) / N.S. 30
Einzelbild herunterladen
 

mäßig bescheiden die Gruppe der Redensarten und der Wetterregeln. Auf jedeArt Fachliteratur ist bewußt verzichtet. Die vorgeführten Materialien sollen fürsich wirken. Sie tun es auch und werden eben auf Grund der Gewissenhaftigkeitdes Aufzeichners auch der wissenschaftlichen Volkskunde als brauchbare Quellenwillkommen bleiben, ihre Auswerter finden.

Leopold Kretzenbacher

Michael Unterlercher, In der Einschicht. Das Leben eines KärntnerBergbauernbuben- Erinnerungen eines Siebzigjährigen. Mit einem Geleit-wort( und Erläuterungen im Anhang) von Professor Dr. Oswin Moro.Klagenfurt Verlag Johannes Heyn( 1975). 240 Seiten, 1 Abb.- ISBN3-85366 121-1.

Es ist überaus bezeichnend für das Schicksal besonderer und wertvollerBücher, daß es zu ihrer Erhaltung auf dem Büchermarkt des Anstoßes vonaußen bedarf wie in diesem Falle durch Klaus Martin Meyer vom WestdeutschenRundfunk, der meint: Eines der schönsten und wertvollsten Kärntner Bücherist so gut wie vergessen..." In Kärnten selbst hatte man sich in verschiedenenund nicht ganz unkompetenten Kreisen seit Jahrzehnten und stets vergeblichum diese Neuauflage bemüht. Nun hat sich der bekannte Klagenfurter Verlagglücklicherweise in einem zuverlässigen Nachdruck( Reprint) seiner ange-nommen, allerdings unter Fortlassung der Bilder und des Hofplanes, auf denOswin Moro in seiner nützlichen Beschreibung des Pließnighofes, dem Schau-platz dieser Erinnerungen, im Text( S. 228) hinweist.

Michael Unterlerchers Erinnerungen an seine Bergbauernjugend um 1870hat Hugo Moro angeregt. Oswin Moro hat sie einbegleitet, mit einem erläu-ternden Anhang versehen und auch im Gesamttext mit der Sorgfalt desgeschulten Philologen betreut. Sie erschienen 1932 in bescheidener Auflage imSelbstverlag des Verfassers. Als einzigartige Quelle zur Volkskunde des KärntnerNockgebietes bedürfen sie keiner neuerlichen oder gar anpreisenden Würdigung.Wie es einst am Haustisch in der Rauchstube, beim gemeinsamen Mittagessen,beim Spanlicht, beim Schlafen in den Kammern, beim Aufstehen frühmorgensoder beim, Umbaun" auf dem Leitenacker mit Riß und Arl wirklich zugegangenist, das erfahren wir sonst nirgendwo in der schlichten und unmittelbaren Aus-sage wie in diesem Buch. Für es gilt Oswin Moro's Urteil( S. VII f.) heute erstrecht. Denn das karge Leben und die Bergbauernwelt des Pließnighofes, kaumeine halbe Stunde von Bad Kleinkirchheim entfernt, wie sie hier mit feinstenEinzelzügen beschrieben sind, diese Welt ist längst dahin.

Erich Hamböck, Bauen in Kärnten

Oskar Moser, Graz

Ein Handbuch. Klagenfurt( 1975), Verlag Johannes Heyn( 2. verbesserte Auflage). 166 Seiten mitzahlr. Textfotos, brosch. S 98,-.

In seinem Nachwort meint der Verfasser zu dieser Schrift, sie seinicht um irgendeines Vorteils willen geschrieben. Sie will auch nicht anklagenoder abwerten; sie will einfach die Dinge darstellen, so wie sie sind odervielmehr so wie sie empfunden werden müssen, wenn man sich eingehend mitihnen befaßt"( S. 161). Er nennt sie Ein Handbuch" und meint damit wohleinen Ratgeber, weniger für die Gilde der Bauschaffenden als für das Heer derUnkundigen und Ahnungslosen; derer, die in hilfloser Unkenntnis oder Gleich-gültigkeit als Bauherren und Häuslbauer" heute die Umwelt deformieren".Einer der vielen Versuche also, aufklärend zu wirken und ein dahinwucherndesBaugeschehen in seinen zeitgebundenen Verfangenheiten und Schwierigkeitenvon heute zu beleuchten.

173