Das volkskulturelle Verhalten einer Arbeiter-und einer Bauernfamilie( Fallstudie)
Kurzbericht über ein Untersuchungsmodell
Von Dieter Weiss
Es soll im folgenden versucht werden, in einem kurzen Überblickdie Aufgabenstellung und die Untersuchungsmethode für dieses Unter-suchungsmodell darzulegen sowie auf einen Teil der Ergebnisse mitHilfe einer graphischen Darstellung, verbunden mit den nötigstenErläuterungen, hinzuweisen.
Im Auftrag des Institutes für empirische Sozialforschung( IFES)in Wien wurde ich über Anregung von Prof. Dr. Bertl Petrei im Märzdes Jahres 1974 für die Erarbeitung und praktische Erprobung einesUntersuchungsmodells über„ volkskulturelles Verhalten" in einerbäuerlichen und einer Arbeiterfamilie mit der Bildung und Leitungeiner Arbeitsgruppe an der Universität Graz betraut.
In dieser Arbeitsgruppe sollte neben der Volkskunde die Ger-manistik, Psychologie und Soziologie vertreten sein. Nach anfänglichenSchwierigkeiten konnte ich zur Mitarbeit Univ.- Ass. Dr. Uwe Baurvom Germanistischen Institut, Univ.- Ass. Dr. Gunter Falk vom Institutfür Soziologie und cand. phil. Elisabeth Katschnig- Fasch vom Institutfür Volkskunde als Bearbeiterin des psychologischen Teiles der Unter-suchung gewinnen.
Vorgegeben war seitens des IFES die Festlegung auf je eineFamilie aus dem bäuerlichen und aus dem Arbeitermilieu, doch bliebdie Auswahl der zu untersuchenden Familien aus diesen Milieus unsvorbehalten.
Wir trachteten Familien zu finden, in denen uns zwei oder dreiGenerationen zur Beobachtung zur Verfügung stehen konnten. Da vomInstitut für Volkskunde der Universität Graz im etwa 15 km entfern-ten rein bäuerlichen Dorf Niederschöckel bereits hauskundliche undagrarwirtschaftliche Aufnahmearbeiten von Seminaristen durchgeführtworden waren, war es naheliegend, auch für diese Untersuchung eineFamilie aus dem bäuerlichen Bereich aus Niederschöckel für die Befra-
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