Jahrgang 
79 (1976) / N.S. 30
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Schildaufhängen mit Habergeiß

Von Karl Fiala

Im Jahre 1953 kam ich zufällig dazu, als beim Gasthaus Ursprung,Gemeinde Elixhausen, BH Salzburg Umgebung, die Handlung desSchildaufhängens begann. In der Meinung, es handle sich dabei nur umdie Werbung von Gästen seitens des neuen Wirtes, wollte ich bald mei-ner Wege ziehen. Da aber immer wieder eine Habergeiß aktiv inErscheinung trat, so blieb ich, um mehr in Erfahrung zu bringen.

Darstellung des Schildaufhängens

Gewöhnlich wird bei Besitzerwechsel in Landgasthäusern meistnoch eine Einstandsfeier angesetzt, in der Lokalzeitung inseriert und inder Umgebung plakatiert. Hier aber organisierten die Burschen derGemeinde das Schildaufhängen. Es ging nur eine Einladung dazu durchpersönliches Einsagen, wie bei Hochzeit und ums Betengehen beiTodesfall gebräuchlich, innerhalb der Gemeinde voraus.

Die Fahrt

Außer Sichtweite der Gastwirtschaft wurde die Fahrt", der Zug,zusammengestellt. Voran der Schalknarr in bunt gestreifter Hülle, dermit einem alten Besen alle Weiberleut Glossar ::: zum Glossareintrag  Weiberleut am Hinweg belästigte und ver-scheuchte, aber Männer, meist bäuerliche Umwohner vom Ort desGeschehens, höflichst zum Gasthaus wies. Dem Narren folgte mitAbstand die Habergeiß, der Håbmo", dargestellt von zwei Burschen.Mit dem hölzernen Schnabel auf- und zuklappend, tänzelte die Haber-geiẞ kreuz und quer die Zufahrtsstraße entlang. Wieder mit Abstandfolgten zwei mit Pferden bespannte Leiterwagen. Auf dem vorderen be-fand sich eine kleine Musikbande, Bläser, und auf dem folgendenWagen saßen die Burschen. Sie führten ein improvisiertes hölzernesGasthausschild mit. Hinterdrein gingen die eingeladenen Gäste aus derGemeinde.

In Sichtweite der Wirtschaft begann das Spiel der Musik. Vor demGasthaus angekommen, ledigten zwei Burschen das Holzschild vomWagen, lehnten es an die Hauswand und bewachten es. Nun tänzeltedie Habergeiß vor der Türe der Wirtschaft herum und schickte sich an,

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