Jahrgang 
79 (1976) / N.S. 30
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Matthias Maierbrugger. In der gleichen Landschaft abseits des Gurktales hat erdie Erzählerin Apollonia Kreuter gefunden, und von ihr in den Jahren 1957 bis1961 viel aufgezeichnet, zum Teil auch mit Hilfe von Tonbandaufnahmen, diemit dem Rundfunk durchgeführt wurden. Aus diesen Bemühungen ist ein sehrlebensvolles Buch entstanden, das mit den Lebensumständen und dem Wesender alten bäuerlichen Frau, einer Taglöhnerin, die in einem Stüberl in einerkleinen Keusche wohnte, eingehend vertraut macht. Von ihr hat er also jeneSagen aufgeschrieben, die sie einstmals vor allem beim Totenwachen gehört hatte.Es sind an die 60 Sagen und ein Vierteldutzend Schwänke geworden, dieMoser in Gruppen gegliedert hat. Die Texte sind in Mundart wiedergegeben, undmit Hinweisen auf die Erzählweise der Frau versehen. Im allgemeinen handeltes sich um bekannte Motive, aber in örtlichen Varianten. Moser hat nach manchenMotiven, die ihm von den Sagen aus dem Glödnitztal her bekannt waren, direktund willig in persönlicher Form wiedererzählt bekommen. Da Moser um dieSchwierigkeiten von Inhalt und Form dieser Geschichten weiß, hat er einen aus-führlichen Kommentar dazu erarbeitet, der in seiner Genauigkeit und mit demAusgreifen auf verwandte Überlieferungen im Ostalpenraum sehr gelungen er-scheint. Register und Karte erschließen den Band auf sehr willkommene Weise.Leopold Schmidt

Elli Zenker- Starzacher, Der Senavogel und andere KärntnerMärchen. 284 Seiten, mit Zeichnungen von Gertrud Purtscher- Kallab.Klagenfurt 1975, Verlag Johannes Heyn. S 135,-.

Frau Zenker- Starzacher ist mit den Märchen zuerst in Kärnten und inWien bekannt geworden, hat dann viel bei den Deutschen in Ungarn gesammelt,und vor einigen Jahren auch die schöne Sammlung Es war einmal... DeutscheMärchen aus dem Schildgebirge und dem Buchenwald"( Wien 1956) herausge-bracht. Im vorliegenden Band wendet sie sich wieder den Märchen ihrer KärntnerHeimat zu. Es sind in Mundart erzählte Märchen, wie sie einstmals ValentinPogatschnig( 1865), Franz Franziszi( 1866), Johann R. Bünker( 1907) aufge-zeichnet und zum Teil veröffentlicht haben. Frau Zenker- Starzacher hat 1937 undspäter wiederum die Märchen der Frau Paula Marktl und des Bauern GaberSchöfmann aufgeschrieben. Diese 18 Erzählungen sind hier also in der erstenHälfte des Bandes vereinigt, in der zweiten Hälfte werden die schriftdeutschenÜbersetzungen dazu geboten, und am Ende ein kurzer Kommentar gegeben, derwie in allen Arbeiten der Verfasserin der Wiener Märchenschule aus der Zeit vonSpieß und Mudrak verpflichtet erscheint.

Ähnliche Märchen hat auch der vor kurzem von uns gegangene großeKärntner Mundartforscher Eberhard Kranzmayer aufgezeichnet. Es warengrobe männliche Fassungen, die manches deutlich aussprachen, was in denanderen Varianten unausgesprochen oder unaufgeschrieben geblieben sein mag.Leider hat Kranzmayer seine Fassungen meines Wissens nie veröffentlicht. Siewären vielleicht eine nützliche Bereicherung gerade dieses Bandes gewesen. Aberdas Buch ist auch in der vorliegenden Form sicherlich schön und brauchbar.Leopold Schmidt

Julius Schmidt, Ist die Kugel aus dem Lauf/ Hält kein Teufelsie mehr auf. Spruchweisheiten des Jägers. Salzburg1975, Verlag Das Berglandbuch. 79 Seiten, mit 18 Reproduktionen alterStiche und Holzschnitte und zahlreichen Vignetten. S 95,-.

Das sehr hübsch gemachte Büchlein enthält Sprüche, Vierzeiler, Redens-arten aller Art, die sich mit Jagd und Jägern beschäftigen. Das ist ein gutesaltes Sammelgebiet, mit dem sich vor allem im 19. Jahrhundert hervorragendeKollektoren wie Reinhold Köhler und J. G. Th. Graesse beschäftigt haben. Aus

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