Jahrgang 
79 (1976) / N.S. 30
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Wolfgang Sperner, Ausflugsziele in Oberösterreich. Stättenoberösterreichischer Geschichte. Auf den Spuren berühmter Persönlich-keiten. Naturkundliches und alte Werke der Technik. Heimathäuser undandere heimatkundliche Sammlungen. Lehrpfade und Fitnesswege. 3. er-weiterte Aufl. Linz 1974. Oberösterreichischer Landesverlag. 282 Seiten,mehrere Abb. auf Tafeln.

Der Obertitel besagt kaum, daß es sich hier um ein tatsächlich instruktivesBuch handelt, das die in den Untertiteln genannten Dinge übersichtlich darstellt.Für uns kommen vor allem die Heimathäuser und verwandten Sammlungen inBetracht, da vom großen Linzer Schloßmuseum bis zur kleinen Heimatsammlungauch alle jene Kollektionen aufgezählt sind, die volkskundliches Material be-herbergen. Da wird für Freistadt etwa, Volkskunde und altes Handwerk"genannt, für Mauthausen das kleine Schiffermuseum", für Grein das eigent-liche Schiffahrtsmuseum, für Hellmonsödt das bäuerliche Freilichtmuseum Pelm-berg, für Wels das Landwirtschaftsmuseum, das eigentlich mehr ist als derName sagt, für Stadl- Paura das Schiffleut- Museum" und als Gegenstück dazuin Weyer das, Ennsmuseum in der Flößertaverne". Die volkskundlichen Beständeder Heimathäuser in Schärding, Obernberg und Braunau brauchen nicht eigensgerühmt zu werden, aber es ist wie gesagt sehr gut, daß in größerem Zusammen-hang wieder darauf hingewiesen wird. Mitteilungen über die bäuerlichen Samm-lungen in Taufkirchen und in Osternach sind ebenso erwünscht wie jene über,, Ein altes Bauernhaus als Heimathaus" in Jetzingerdorf. Für Goisern stehtdas ,, Freilichtmuseum Anzenaumühle", für Zell am Moos sein Heimathaus, undvon dort stammt doch auch das Mondseer Rauchhaus", das hier auch nichtfehlt. Für Frankenmarkt ist nicht nur die Sammlung im Marktsaal erwähnt,sondern auch die eigens wieder aufgebaute große Barockkrippe im ehemaligenKooperatorenstöckl.

Diese und viele weitere hier noch kurz behandelte Heimatsammlungen unddie Freilichtmuseen Oberösterreichs, die in einem eigenen Kapitel genanntwerden, zeigen, wieviel an wertvollem Volkskulturgut im Lande ob der Ennsgesammelt wurde, und wie man es gegenwärtig darbietet. Das Buch ist durcheinen Hinweis für spezielle Interessenten an den einzelnen Gebieten, wie durchein Ortsregister, erschlossen. Man würde sich freilich zu den einzelnen Samm-lungen jeweils auch einen Literaturhinweis erwarten. Schließlich sind viele dieserBestände doch auch veröffentlicht worden, worüber der örtlich Fernerstehendevielleicht nicht immer orientiert ist. Umgekehrt weiß ja wohl der oberösterreichi-sche Bearbeiter nicht recht, was für diese Dinge schon außerhalb seines Landesgetan wurde. So erstaunt S. 188 f. beim Steyrer Krippenspiel doch der Satz DieOriginalkulisse des Steyrer Kripperls soll sich jedoch in einem Museum in Wienbefinden". Irgend jemand im Bereich von Verfasser und Verlag wird doch schoneinmal in unserem Museum in der Laudongasse die Figuren und Kulissen diesesKrippenspieles, die sogar dauernd ausgestellt sind, gesehen haben, und eventuellauch wissen, was davon bei uns schon vor Jahrzehnten veröffentlicht wurde.

Man könnte also, so muß man wohl schließen, auch ein solches an sichgut geplantes und recht ordentlich durchgeführtes Buch noch etwas bessermachen.Leopold Schmidt

Georg Matthaeus Vischer, Topographia ducatus Stiriae 1681.Hrsg. und mit einem Nachwort versehen von Anton Leopold Schuller,1. Bd. Stich 1-279 A- N; 2. Bd.: Stich 280-495 O- Z. Graz, Akademi-sche Druck- und Verlagsanstalt 1975.

Dem einstigen Herzogtum Steiermark war nie eine Persönlichkeit er-wachsen, die ihm früh schon eine umfassende Landeskunde aus Geschichte und

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