Jahrgang 
79 (1976) / N.S. 30
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Das Ganze entspringt ja zugegebenermaßen der durchaus dankenswertenAbsicht ,,, aufbauend auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Hausforschung,Wissenswertes aus dem Sachbereich der Hauskunde, übersichtlich gegliedert unddurch Bilder ergänzt, anzubieten" und so ,, Interesse und Verständnis" für dieländliche Baukunst zu wecken. Man wird das nicht zuletzt im Interesse undim Dienste des Stübinger Museums sehen müssen, für das es im Vergleich mitanalogen Einrichtungen anderer Länder in Europa ansonst doch wohl ein eben-bürtiges Zeugnis legt. Ein Zeugnis übrigens auch für den enormen Drang undEifer desjenigen, der seit Jahr und Tag mit den ständig wachsenden Aufgabenund Sorgen einer solchen Institution als fachlich- verantwortlicher Leiter ebensowie als Volksbildner konfrontiert ist.

V. Herbert Pöttler hat diese Aufgaben bisher mit bewundernswertemGeschick zu meistern verstanden. Er hat sie in vielem sehr persönlich undauf sich allein gestellt und wie jedermann zugeben muß auch durchausbrauchbar gelöst. Auf diesem seinem schwierigen Weg gedieh ihm und gelangihm dieses Buch zur Alten Volksarchitektur". Immerhin, es zeigt in einerReihe stattlicher Bilder und Fotos auch Bauernhöfe, Häuser und Wirtschafts-bauten, die nicht nur in Pöttlers eigenem, sondern in anderen Freilandmuseenund in Landschaften zwischen Norwegen, Finnland, Rhein und Alpen in fach-musealem Gewahrsam genommen und so vor der Zerstörung und für dieNachwelt gerettet wurden.Oskar Moser( Graz)

Rudolf Zinnhobler( Text), Peter und Wolfgang Pfarl( Aufnahmen), Der hei-lige Wolfgang. Leben, Legende, Kult. 96 Seiten Text mit38 Holzschnitten, 168 Bildseiten, davon 8 in Farben. Linz 1975. Ober-österreichischer Landesverlag. S 348,-.

Erst vor drei Jahren hat das Oberösterreichische Landesmuseum demhl. Wolfgang einen stattlichen Sammelband mit sehr wertvollen Beiträgen ge-widmet. Nunmehr stellt sich zum Tausend- Jahr- Jubiläum von 976 ein neuerBildband über den Heiligen ein, sicherlich auch als Beitrag in Verbindung mitder geplanten großen Wolfgangs- Ausstellung gedacht.

Rudolf Zinnhobler, mit der Welt der Heiligenforschung wohlvertraut, hatden Text erstellt. Er schildert nach den bekannten Quellen zunächst das Lebendes Heiligen, wobei die Holzschnitte von 1515 zur Illustration herangezogenwerden, die erst vor wenigen Jahren Hans Bleibrunner in einem schönen Neu-druck wieder bekannt gemacht hat( vgl. ÖZV 1969). Dann folgt die Darstellungder Legende, nicht nur jener von St. Wolfgang am Abersee, sondern auch deranderen Verehrungsorte, nicht zuletzt St. Wolfgang bei Kirchberg am Wechsel.Es folgt eine verhältnismäßig knappe Darstellung der Verehrungsgeschichte desHeiligen, mit Beschreibung der Wallfahrt zu seinem Hauptverehrungsort, weitersüber die besonderen Kultformen( Wolfgangriten") und die Mirakelbücher. Anden Abschnitt Der Heilige in der Kunst" schließt dann nach dem Literatur-verzeichnis der überaus reiche Bildteil an, der sowohl alle Darstellungen desHeiligen, wie seiner Verehrungsstätten, seiner Altäre und Votivbilder zu erfassenversucht. Es ist eine beachtliche Fülle, die auf diese Weise leicht zugänglichgemacht erscheint, meist in guten, zureichenden, manchmal sogar sehr gutenBildern. Nur selten würde man sich eine bedachtere Aufnahme wünschen, etwabei 13, Inneres der Kirche von Wieselburg, oder 90, wo der vorzügliche Renais-sancebrunnen wohl eine ganz andere Aufnahme erfordert hätte. Aber im ganzengesehen handelt es sich um eine bemühte Bilddokumentation, die auch volks-kundlich viel ergibt.Leopold Schmidt

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