Jahrgang 
79 (1976) / N.S. 30
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Chronik der Volkskunde

Österreichisches Freilichtmuseum im Jahre 1975

Am 17. September 1975 fand die Jahreshauptversammlung in Stubing statt,am 17. Dezember lag der vervielfältigte Bericht, das übliche Protokoll", vor.69 Seiten stark und wie immer mit eindrucksvollen Zeichnungen von WilhelmReisinger ausgestattet, die sich auf die jüngst aufgestellten Bauten des Museumsbeziehen. Der Bericht des Direktors hatte diesmal einige besonders bemerkens-werte Stellen aufzuweisen. Das Museum ist nach fünf Jahren des Betriebes, alsoauch nach fünf Jahren, in denen Erfahrungen aller Art gesammelt werden konnte,in ein weiteres Stadium seiner Geschichte getreten. Die Subventionen werden wei-ter gegeben, wenn auch nicht immer so hoch und so pünktlich, wie dies früherder Fall war. Die Besucher kommen wohl noch, aber bei weitem nicht so zahl-reich als etwa vor drei Jahren. Die Holzbauten müssen immer bedachter aufge-stellt und erhalten werden, die Strohdächer erweisen sich als anfälliger als vordemgedacht. Neue werden wohl kaum mehr eingedeckt werden, man will immermehr zu den doch widerstandsfähigeren Schindeldächern greifen. Bei Neuauf-stellungen wie dem Bundwerkstadel aus Tarsberg in Oberösterreich hat es sichergeben, daß der gemauerte Erdgeschoßteil, einstmals ein Stall, nicht mitaufge-stellt werden konnte. So mußte nun auch das Erdgeschoß in Bundwerk neu ge-staltet werden, was in seiner Problematik von Pöttler hervorgehoben wurde. Beiden Blockbauten wachsen immer noch steirische Rauchstubenhäuser zu, derenÜberzahl den Charakter des Museums als gesamtösterreichisches Freilichtmuseummit der Zeit stören dürfte. Die Zäune, die originaltreu nachgearbeitet werdenmüssen, halten begreiflicherweise nicht sehr lang. Was im Sommer sehenswertnett aussieht, wird von Besuchern abgenützt und im Winter durch die Witterungbeeinträchtigt. Kurzum, es stellen sich alle jene Sorgen ein, die man eben von denFreilichtmuseen kennt. Wer ab und zu ein älteres Museum dieser Art besucht,weiß davon, und möchte gern seine Erfahrungen als Warnungen weitergeben.Aber man dürfte nicht immer darauf hören.Leopold Schmidt

,, Museum Tiroler Bauernhöfe" im Entstehen

In einigen österreichischen Bundesländen strebt man neben den sogenannten,, Denkmalhöfen" 1) für einzelne an Ort und Stelle nicht weiter erhaltbare Gebäudeschon seit Jahren die zentrale Errichtung eines für die volksarchitektonische Bau-

¹) Für Salzburg im Mühlgrub( Vorderelsenwang), Kalkofengut( Unken),Kößlerhäusl( Großarl). Literaturangaben zu allen dreien s. M. Martischnig,Das ,, Denkmalgut Kößlerhäusl" im Salzburger Großarltal. Als Museumsführererschienener Sonderdruck der ÖZV, N. F. Bd. XXIX, Heft 2, Wien 1975, S. 2 ff.ident S. 148 f.

Für Oberösterreich im Rauchhaus Mondsee, Anzenaumühle( Bad Goisern),Mittermayr( Pelmberg), Kernstockhaus Poering( Gampern). Näheres über dieseund weiters geplante s. Fr. Lipp, Oberösterreichische Freilichtmuseen. Ver-wiklichung und Ziele(= Schriften und Führer des Verbandes. Freilicht-museen Nr. 1), Linz 1974.

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