( sechsstrahliger) Stern oder eine Strahlen- Sonnenscheibe; derartigeSterne oder Scheiben können gelegentlich auch an den beiden seit-lichen, unteren Enden eines halbkreisförmig gebogenen Daches sitzen.Nur in seltenen Ausnahmefällen hat ein Holzkreuz außer dem Dachauch eine hölzerne Hinterwand, wie wir derartiges vor allem aus denAlpenländern kennen.
Eine Besonderkeit, die im Marchfeld etwas häufiger zu seinscheint als im übrigen Niederösterreich, sind die Hahnenkreuze, großeHolzkreuze mit blechenem Corpus Christi nach Art der eben geschil-derten, die aber auf der Spitze einen blechernen Hahn tragen. DieseHähne stehen heute entweder senkrecht oder parallel zur Symmetrie-ebene des ganzen Kreuzes; dieser Zustand ist aber nicht ursprünglich,vielmehr waren die Hähne auf den Kreuzen einst wohl alle frei drehbarund sind es zum Teil heute noch. Damit erscheinen sie verwandt mitden Turmhähnen, den Windfahnen in Gestalt blecherner Hähne aufden Spitzen von Kirch- und Stadttürmen, denen man die Bedeutung derWachsamkeit unterlegt.
Im Marchfeld kennen wir vier Hahnenkreuze. Während dasjenigesüdlich von Großengersdorf an einem Feldweg( bei Kote 160) und dassüdlich von Ollersdorf an einem Feldweg( bei Kote 173) einfache Bal-kenkreuze sind, besitzt dasjenige an der Straße von Großengersdorfnach Pillichsdorf( bei Kote 166) ein halbkreisförmiges Dach und klee-blattförmige Balkenenden, dasjenige an der Straße von Matzen nachGroßschweinbarth, bei der Abzweigung der Straße nach Raggendorf,ein stumpfwinkeliges, nach unten mit einem sägeförmigen Zackensaumbesetztes Giebeldach und eine hölzerne Hinterwand.
Oben wurde bereits darauf hingewiesen, daß wir in Ollersdorf, amWestende des Dorfangers, einen gemauerten Tabernakelpfeiler mit be-krönendem Schmiedeeisenkreuz finden, welch letzteres zu obersteinen Hahn trägt; hier ist offenbar der Gedanke des Hahnenkreuzes inanderem Material und in dementsprechend abgeänderter Form aufge-
nommen worden.
Namen und Motivierungen
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Die Namen der Kultmale soweit sie sich bei dem für michdurchführbaren, recht oberflächlichen Verfahren feststellen ließensind recht verschiedenartig und umfassen die ganze Breite des Mögli-chen, sowohl bezüglich der Beschreibung als auch der Motivierung. Dasind einmal Bezeichnungen, die auf reine Äußerlichkeiten Bezugnehmen: ,, Weißes Kreuz"( eines westlich von Aderklaa, eines in derSiedlung Neu- Eẞling bei Raasdorf),„ Rotes Kreuz”( eines östlich vonLeopoldsdorf, eines nordöstlich von Breitensee, eines in der Nähe desReuhofes bei Pillichsdorf, das letztere mittlerweile modernisiert undkeine Spur von roter Farbe mehr aufweisend, aber immer noch den
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